Butter und Pflanzenöle: Beeinflussen sie das Sterberisiko? ▷ Studie

Ein hoher Butterkonsum steht mit einem erhöhten allgemeinen Sterberisiko in Verbindung (Foto: Towfiqu ahamed barbhuiya | Shutterstock)
In diesem Artikel:
- Wissenschaftliche Diskussion um Butter und Pflanzenöle
- Ziel der Studie
- Ablauf
- Was ist die Nurses' Health Study?
- Studienergebnisse
- Schlussfolgerung
Das Wichtigste in Kürze:
Für alle, die gleich in die Tiefe gehen und mehr wissen möchten: Hier geht es zur ausführlichen Version des Artikels.Auf welche Art Butter und Pflanzenöle die Gesundheit und die Entstehung von Krankheiten beeinflussen, ist umstritten. Die Frage wird wissenschaftlich immer wieder neu bewertet.
Um die Auswirkungen von Butter und Pflanzenölen auf das Sterberisiko beurteilen zu können, sind Langzeitstudien notwendig.
Ein hoher Butterkonsum steht mit einem erhöhten allgemeinen Sterberisiko in Verbindung. Auch mit einem erhöhten Sterberisiko durch Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zeigte eine US-amerikanische Studie.1
Pflanzliche Öle senken hingegen das Sterberisiko allgemein und das Risiko, an Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken.
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Wissenschaftliche Diskussion um Butter und Pflanzenöle
Schon seit langem wird der Einfluss von Butter und Pflanzenölen auf unsere Gesundheit und unsere Lebensdauer gegensätzlich diskutiert. Grund sind die zum Teil widersprüchlichen Ergebnisse verschiedener Studien, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden.
Zur Klärung, welche gesundheitlichen Auswirkungen der Verzehr von Butter oder Pflanzenölen tatsächlich hat, sind umfangreiche Studien über einen langen Zeitraum erforderlich.
Eine im März 2025 veröffentlichte groß angelegte US-amerikanische Studie1 bringt neue Erkenntnisse.
Ziel der Studie
Das Forschungsteam untersuchte in der Studie, wie der Verzehr von Butter und pflanzlichen Ölen sich bei Erwachsenen der US-amerikanischen Bevölkerung auf die Gesamtsterblichkeit und die ursachenbezogene Sterblichkeit auswirkt.
Ablauf der Studie
In der Studie wurden Daten von 221.054 Erwachsenen aus drei großen Studien ausgewertet, die über einen langen Zeitraum erhoben wurden:
- Nurses' Health Study, 1990 bis 2023
- Nurses' Health Study II, 1991 bis 2023
- Health Professionals Follow-Up Study, 1990 bis 2023
Was ist die Nurses' Health Study?
Die Nurses’ Health Study I und II untersuchten Risikofaktoren für bedeutende chronische Erkrankungen der Frau.
Ursprünglicher Anlass für die Nurses’ Health Study I im Jahr 1976 war die Idee, potenzielle Langzeitauswirkungen von oralen Verhütungsmitteln bei der Frau zu untersuchen.
Die Studienteilnehmerinnen waren Krankenschwestern im Alter von 30 bis 55 Jahren (zu Beginn der Studie).
Aufgrund ihres Berufes und ihres damit verbundenen medizinischen Wissens sind Krankenschwestern in der Lage, sehr genaue und vollständige Angaben über Krankheiten zu machen. Damit konnten sie in der Studie Fragebögen gewissenhaft ausfüllen und so zu umfangreichen und zuverlässigen Daten beitragen.
Anfänglich wurden in der Nurses’ Health Study I vor allem Verhütungsmethoden, Herzkrankheiten, Krebserkrankungen und Rauchen untersucht. Im Verlauf der Studie wurden viele weitere Krankheiten, Verhaltensweisen und Risikofaktoren erforscht.
Im Jahr 1980 ergänzte man beispielsweise einen Fragebogen, anhand dessen die Ernährungsgewohnheiten der Studienteilnehmerinnen erfasst wurden. Diese spielen eine wichtige Rolle in der Entstehung verschiedener Erkrankungen. Die Daten aus den Fragebögen wurden durch Analysen von Blut- und Urinproben ergänzt.
Die Nurses’ Health Study II sollte Daten zu Risikofaktoren, Verhütungsmethoden und Ernährungsgewohnheiten bei einer jüngeren Bevölkerungsschicht als der vorherigen liefern.
Die Teilnehmerinnen waren zu Beginn der Studie im Jahr 1989 zwischen 25 und 42 Jahren alt.
Seit 2010 läuft nun die Nurses Health Study III. Im Unterschied zu den beiden Vorgänger-Studien nehmen daran unterschiedliche Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen teil. Es werden sowohl Daten von weiblichen als auch männlichen Studienteilnehmern im Alter von 19 bis 46 Jahren erhoben.2
Was ist die Health Professionals Follow-Up Study?
Diese Studie wurde durchgeführt, um zu untersuchen, welche Auswirkungen die Ernährung auf die Gesundheit von Männern hat und ob es Zusammenhänge mit der Entstehung von Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt.
Sie ist eine Ergänzung zur Nurses’ Health Studie.
Die Studie begann im Jahr 1986. Heute sind beinahe 20.000 Personen aus Gesundheitsberufen aktiv beteiligt.
Die Studienteilnehmenden füllen in regelmäßigen Abständen verschiedene Fragebögen zur Ernährung, Bewegung und zu verschiedenen Verhaltensweisen im täglichen Leben aus.3
Das Durchschnittsalter bei Studienbeginn war wie folgt verteilt:
- Nurses’ Health Study I: 56,1 Jahre
- Nurses’ Health Study II: 36,1 Jahre
- Health Professionals Follow-Up Study: 56,3 Jahre
Voraussetzung für die Studienteilnahme war, dass die Teilnehmenden zu Studienbeginn weder eine Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung noch die Zuckerkrankheit Diabetes hatten.
Personen mit Erkrankungen, die mit dem Untergang von Nervenzellen einhergehen, wurden von der Studie ausgeschlossen. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem Alzheimer und Parkinson.
Alle vier Jahre beantworteten die Studienteilnehmenden Fragebögen zur Ernährung. In diesen gaben sie an, wie häufig sie im Zeitraum seit der letzten Befragung Butter oder pflanzliche Öle verzehrt hatten.
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten die Gesamtsterblichkeit der Studienteilnehmenden unter anderem anhand des nationalen Todesregisters. Darüber hinaus werteten sie aus, wie viele Beteiligte an Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben.
Die Nachbeobachtungszeit betrug bis zu 33 Jahre.
Ergebnisse der Studie
In der Nachbeobachtungszeit verstarben insgesamt knapp 51.000 der Beteiligten. Bei 12.241 von den Verstorbenen war Krebs die Ursache. Bei 11.240 führten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Tod.
Die Studienteilnehmenden, die die größten Buttermengen zu sich nahmen, hatten verglichen mit denjenigen, die kaum Butter verzehrten, ein um 15 Prozent höheres relatives Sterberisiko.
Im Gegensatz dazu hatten Beteiligte mit dem höchsten Pflanzenölkonsum ein um 16 Prozent geringeres relatives Sterberisiko als diejenigen, die am wenigsten Pflanzenöl verzehrten. Das galt vor allem für Raps-, Soja- und Olivenöl.
Schon ein Verzehr von 10 Gramm Pflanzenöl mehr am Tag senkte das relative Risiko, an Krebs zu sterben, um 11 Prozent. Das relative Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu versterben, sank um 6 Prozent.
Wenn 10 Gramm Butter pro Tag durch die entsprechende Menge an pflanzlichen Ölen ersetzt wurden:
- sank das geschätzte Gesamt-Sterberisiko um etwa 17 Prozent
- reduzierte sich das Sterberisiko infolge einer Krebserkrankung ebenfalls um 17 Prozent
Schlussfolgerung
Die Auswertung von Daten aus drei umfangreichen Langzeitstudien konnte zeigen, dass sich mit steigendem Butterkonsum das allgemeine Sterberisiko erhöhte. Das Gegenteil scheinen pflanzliche Öle zu bewirken.
Daher ist anzunehmen, dass sich der überwiegende Verzehr von Fetten aus pflanzlichen Quellen positiv auf die Lebensdauer auswirken kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt aktuell einen Verzehr von maximal 10 Gramm Butter pro Tag. Das entspricht etwa einem Esslöffel. Darüber hinaus empfiehlt die DGE den bevorzugten Verzehr von pflanzlichen Fetten. Dazu zählen unter anderem pflanzliche Öle wie Oliven-, Lein- und Rapsöl. Auch Margarine aus Rapsöl wird empfohlen.4,5
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- Fette und Krankheiten: Ernährung als Risiko und Prävention
- Welche Fette sind gesund?
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Frau

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Artikel aktualisiert am: - Nächste geplante Aktualisierung am:
Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Dr. med. Mark Dankhoff
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
- Butter and Plant-Based Oils Intake and Mortality - Autoren: Yu Zhang; Katia S. Chadaideh; Yanping Li; Yuhan Li; Xiao Gu; Yuxi Liu; Marta Guasch-Ferré; Eric B. Rimm; Frank B. Hu; Walter C. Willett; Meir J. Stampfer; Dong D. Wang - Publikation: JAMA Intern Med. Published online March 06, 2025 - DOI: 10.1001/jamainternmed.2025.0205
- Nurses’ Health Study: History (abgerufen am 04.04.2025) - URL: https://nurseshealthstudy.org/about-nhs/history
- Health Professionals Follow-Up Study; Harvard T. H. Chan School of Public Health (abgerufen am 04.04.2025) - URL: https://hsph.harvard.edu/research/health-professionals/
- Gut essen und trinken – Der DGE-Ernährungskreis; Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (abgerufen am 07.04.2025) - URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/#c6554
- Gut essen und trinken – die DGE-Empfehlungen; Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (abgerufen am 07.04.2025) - URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/#c6415

