Birkenzucker (Xylit) ▷ Krebserregend oder gesund?

Birkenzucker (Xylit, E967) hat einen dem herkömmlichen Haushaltszucker ähnlichen Geschmack (Foto: Sonja Rachbauer | Shutterstock)
In diesem Artikel:
- Was ist Birkenzucker (Xylit)?
- Überblick: Vor- und Nachteile von Birkenzucker
- Wofür wird Birkenzucker verwendet?
- Birkenzucker: Gesundheit und Risiken
- Birkenzucker als Haushaltszuckerersatz?
- Zur Geschichte von Birkenzucker
Das Wichtigste in Kürze:
Für alle, die gleich in die Tiefe gehen und mehr wissen möchten: Hier geht es zur ausführlichen Version des Artikels.Birkenzucker (Xylit, E967) hat einen dem herkömmlichen Haushaltszucker ähnlichen Geschmack und eine vergleichbare Süßkraft bei 40 Prozent weniger Kilokalorien und einem niedrigen glykämischen Index von 7 bis 12.
Die Vorteile des Xylits gegenüber Haushaltszucker liegen vor allem in seinen positiven Effekten auf die Mund- und Zahngesundheit sowie darin, dass der Zuckerersatz keine starken Blutzuckerschwankungen verursacht.
Dem Birkenzucker werden noch weitere positive Effekte zugeschrieben, wie etwa die Reduzierung krankmachender Keime bei Atemwegsinfekten. Diese Wirkungen sind jedoch nicht hinreichend belegt.
Das Risiko, aufgrund großer Mengen Xylit im Blut eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, ist um 57 Prozent erhöht.
Krebserregend ist der Zuckerersatz jedoch nach aktuellem Wissensstand nicht.
Birkenzucker hat einige positive Eigenschaften. Dennoch ist er nicht uneingeschränkt als Ersatz für herkömmlichen Haushaltszucker zu empfehlen.
Die Zeit nach der Klinik ist für Angehörige oft die größte Herausforderung. Unser Online-Kurs führt Sie in 13 kompakten Modulen durch die Zeit danach. Der Kurs ist ein kostenfreies Angebot gesetzlicher Krankenkassen nach § 45 SGB XI.
Was ist Birkenzucker (Xylit)?
Birkenzucker, auch unter der Bezeichnung Xylit oder der E-Nummer E967 bekannt, ist ein sogenannter Zuckeralkohol.1
Zuckeralkohole sind organische Substanzen, die von einem Zucker abstammen.
Birkenzucker: Geschmack, Brennwert und glykämischer Index
Birkenzucker hat einen dem herkömmlichen Haushaltszucker ähnlichen Geschmack und eine vergleichbare Süßkraft.1 Er hat jedoch mit 2,4 Kilokalorien pro Gramm einen niedrigeren Brennwert als der Haushaltszucker (4 Kilokalorien pro Gramm).3
Durch Verwendung von Birkenzucker als Haushaltszucker-Ersatz lassen sich also beinahe 40 Prozent der Kilokalorien einsparen.
Darüber hinaus hat Birkenzucker einen niedrigen glykämischen Index von 7 bis 12.3,4 Das bedeutet, dass er den Blutzucker und die Insulinproduktion nur geringfügig beeinflusst und somit eine interessante Zuckeralternative für Menschen mit Diabetes mellitus darstellt.
Worin ist Birkenzucker enthalten?
Xylit kommt natürlicherweise in kleineren Mengen in vielen Obst- und Gemüsesorten vor.5
Dazu zählen:
Darüber hinaus kann der beliebte Haushaltszucker-Ersatz aus Birken- oder Buchenrinden und Maiskolben gewonnen werden.8
In einem weiteren aufwendigen Verfahren kann Birkenzucker aus Xylanen produziert werden. Xylane sind natürliche Vielfachzucker als Bestandteil von Pflanzenzellwänden, die in Holz, Stroh oder Pflanzenresten vorkommen.2

Gewinnung von Xylit. Birkenzucker kann unter anderem aus Birken- oder Buchenrinde und Maiskolben gewonnen werden. Auch eine aufwendige Gewinnung aus Xylanen, den natürlichen Vielfachzuckern in pflanzlichen Zellwänden, ist mithilfe von Stroh, Holz oder Pflanzenresten möglich.
Auch unser Körper produziert über den Kohlenhydratstoffwechsel in der Leber täglich zwischen 5 und 15 Gramm Xylit.6
Überblick: Vor- und Nachteile von Birkenzucker
Vorteile
- antibakteriell/karieshemmend
- für Diabetiker geeignet
- kalorienärmer als Zucker bei gleicher Süßkraft und ähnlichem Geschmack
- verursacht keine Blutzuckerspitzen (kurze, extreme Anstiege im Blutzucker)
Nachteile
- hochgiftig für Hunde
- nicht uneingeschränkt für Menschen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu empfehlen
- (milde) abführende Wirkung bei Verzehr größerer Mengen
Information zu Xylit in Arzneimitteln
Xylit muss bei Verwendung in Arzneimitteln weder für Menschen noch für Tiere in der Liste der Wirkstoffe aufgeführt werden.9
Wofür wird Birkenzucker verwendet?
Birkenzucker wird in zahlreichen Lebensmitteln verwendet, insbesondere in solchen, die als kohlenhydratarm vermarktet werden.
Aufgrund seiner kariesreduzierenden Eigenschaften ist Xylit zudem in vielen Kaugummis und Zahnpflegeprodukten enthalten.9
Auch in einigen Medikamenten wird der Zuckeralkohol verwendet. Birkenzucker ist aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung und zur Verbesserung des Geschmacks sehr beliebt.
Birkenzucker wird zum Beispiel zum Süßen folgender Lebensmittel verwendet:
- kalorienreduzierte Desserts, Schokoladen, Konfitüren und Brotaufstriche
- Senf
- Fertigsaucen
- zuckerfreie Kaugummis10
Übrigens: Lebensmittel, deren Anteil an Birkenzucker 10 Prozent überschreitet, müssen vom Hersteller mit einem Hinweis auf die abführende Wirkung bei übermäßigem Verzehr versehen werden.
Birkenzucker: Health Claims (gesundheitsbezogene Produktangaben)
Birkenzucker kann in gewissem Maße zur Zahngesundheit beitragen und den Blutzucker geringfügiger steigen lassen als herkömmlicher Haushaltszucker. Auch eine Schutzwirkung gegen Krankheitserreger im Mittelohr wird im Zusammenhang mit Birkenzucker hin und wieder erwähnt.
Solche positiven Effekte werden von Produktherstellern gerne zur Vermarktung genutzt.
Mit gesundheitsbezogenen Angaben, also sogenannten Health Claims, darf jedoch nur geworben werden, wenn die Health-Claims-Verordnung das erlaubt.
Zugelassene Health Claims für mit Birkenzucker gesüßte Produkte beziehen sich auf die Erhaltung der Zahnmineralisierung und den moderaten Blutzuckeranstieg verglichen mit zuckerhaltigen Produkten.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) hat zudem die gesundheitsbezogene Angabe „Xylit-Kaugummi reduziert das Kariesrisiko bei Kindern” genehmigt.7
Eine ursächliche Wirkung von Birkenzucker gegen Streptokokken im Mittelohr ist hingegen laut EFSA nicht ausreichend belegt.11
Birkenzucker: Gesundheit und Risiken
Birkenzucker und Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Das Risiko für einen Schlaganfall und Herzerkrankungen steigt deutlich, wenn erhöhte Mengen Xylit im Blut vorliegen.12
Denn Birkenzucker lässt unsere Blutplättchen, die Thrombozyten, reaktionsfreudiger werden. Dadurch neigen sie zur Bildung von Blutgerinnseln, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie den Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöhen.
Das beobachtete ein Forschungsteam der Cleveland Clinic um den deutschen Kardiologen und Wissenschaftler Dr. med. Marco Witkowski in einer Studie mit mehr als 3.000 Studienteilnehmern.13
Demnach ist das Risiko, bei hohen Xylit-Konzentrationen im Blut eine schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, um 57 Prozent erhöht.
Birkenzucker und Zahngesundheit
Mehrere Studien belegen die kariesreduzierenden Eigenschaften von Birkenzucker bei Menschen und Tieren.5
Grund hierfür ist, dass die Mikroorganismen, die sich für gewöhnlich in unserer Mundhöhle finden, diesen Zuckeraustauschstoff nicht verstoffwechseln können.
Xylit scheint die Häufigkeit und Zahl der Neuerkrankungen von Karies in der Bevölkerung dadurch zu senken, indem der Zuckerersatz eine bestimmte Bakterienart aus der Gattung Streptococcus im Speichel reduzieren kann.
Auf diese Weise verhindert der Birkenzucker die Bildung von Plaque, einem weichen, klebrigen Biofilm auf unseren Zähnen, der aus Bakterien, Speichel und Speiseresten besteht.
Die plaquehemmende Wirkung ist stark abhängig von der Häufigkeit der Xylit-Zufuhr und der Dosierung.
Birkenzuckerkonsum der Mutter reduziert Kariesrisiko beim Kind
Besonders interessant: Wenn Mütter regelmäßig Birkenzucker konsumieren, kann das der Bildung von Karies bei ihren Kindern vorbeugen.
Da Birkenzucker die kariesfördernden Streptokokken bei der Mutter reduziert, wird das Risiko der Übertragung von Streptokokken auf das Kind zum Beispiel bei Küssen oder der gemeinsamen Nutzung von Besteck minimiert.
Xylit scheint beginnende Zahnschädigungen reparieren zu können
Ist bereits eine Karies im Anfangsstadium vorhanden, scheint Xylit sogar eine leichte Schädigung der Zähne durch Remineralisierung beheben und das Fortschreiten der Kariesentwicklung unterbinden zu können.
Birkenzucker steigert den Speichelfluss und damit die Säureneutralisierung. Dadurch werden optimale Bedingungen für die Reparatur der beginnenden Zahnschädigung geschaffen.
In hoher Konzentration bildet Xylit darüber hinaus Komplexe mit bestimmten Mineralstoffen. Es dringt in den geschädigten Zahnschmelz ein und verhindert, dass die bereits gelösten Mineralstoffe abtransportiert werden.
Birkenzucker, der beispielsweise als Zuckeraustauschstoff in Kaugummis und Süßigkeiten eingesetzt wird, kann also, insbesondere durch Anregung des Speichelflusses, Karies vorbeugen und hemmen.
Empfehlungen zur Vorbeugung von Karies
Wissenschaftlichen Empfehlungen nach ist es sinnvoll, täglich zwischen 5 und 12 Gramm Xylit aufzunehmen, um einen wirksamen Kariesschutz aufzubauen.12
Zudem spielt es eine Rolle, wie lange der Birkenzucker im Mund wirken kann: Unter 5 Minuten Kaudauer kann ein Kaugummi mit Xylit keinen vollständigen Kariesschutz bewirken.
Birkenzucker und Gewichtsmanagement
Menschen mit Übergewicht neigen dazu, Glucose (und andere Nährstoffe) schneller zu absorbieren. Das heißt, dass sie Zucker schneller aus dem Darm ins Blut aufnehmen.14,15
Auch bei Menschen mit Diabetes kann dieser Effekt beobachtet werden.16 Das führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel bei übergewichtigen und von Diabetes betroffenen Menschen deutlich schneller und stärker ansteigt.
Ein chronischer Kalorienüberschuss kann zu einer dauerhaft gesteigerten Insulinausschüttung führen. Die beschleunigte Aufnahme von Glucose aus dem Darm und die übermäßige Insulinausschüttung fördern weiter die Gewichtszunahme und die Einlagerung von Fett.
Anders als in zahlreichen Studien mit Nagetieren konnte bei regelmäßigem Xylit-Verzehr jedoch keine Verlangsamung der Zuckeraufnahme bei Übergewichtigen nachgewiesen werden. Das zeigte eine kleine Studie mit 46 übergewichtigen Studienteilnehmenden ohne Diabetes.14
Mit Birkenzucker lassen sich also grundsätzlich aufgrund des im Vergleich zu Haushaltszucker niedrigeren Brennwertes Kalorien einsparen. Die an Nagetieren häufig beobachteten positiven Effekte konnten für Menschen jedoch bisher nicht belegt werden.
Birkenzucker eignet sich damit nach aktuellem Wissensstand unterstützend zur Gewichtsreduktion im Rahmen einer insgesamt kalorienbewussten Ernährung. Alleine bewirkt er jedoch keine Wunder.
Birkenzucker als Süßungsmittel für Menschen mit Diabetes
Birkenzucker ist nach aktuellem Wissensstand ein geeignetes Süßungsmittel für Menschen mit Diabetes. Der Zuckeraustauschstoff hat nur 2,4 Kilokalorien pro Gramm verglichen mit 4,0 Kilokalorien pro Gramm in herkömmlichem Haushaltszucker.6
Auch der glykämische Index von Xylit ist mit einem Wert von 7 bis 12 deutlich geringer.sup>3,4 Der glykämische Index zeigt, wie stark bestimmte Lebensmittel den Blutzuckerspiegel nach ihrem Verzehr im Vergleich zu Traubenzucker ansteigen lassen.
Studienergebnisse zu Effekten von Xylit
Verschiedene Studien, unter anderem mit Mäusen und außerhalb lebenden Organismen, zeigen folgende Effekte von Xylit:
- Xylit erhöht die Aufnahme von Glucose in die Muskeln in bestimmten Dosen ohne Insulin.
- Es wirkt antioxidativ und könnte so einer Schädigung der Zellen der Bauchspeicheldrüse vorbeugen.
- Birkenzucker verzögert die Magenentleerung und fördert die Freisetzung des Sättigungshormons.
- Birkenzucker fördert die Regeneration wichtiger Zellen der Bauchspeicheldrüse (Langerhans-Inseln und Beta-Zellen), die zur Regulierung des Blutzuckerspiegels notwendig sind.6
Fazit: Es ist aufgrund des niedrigen Brennwertes und des glykämischen Indexes plausibel, dass Birkenzucker als Zuckeraustauschstoff für Diabetiker geeignet ist.
Es ist jedoch am Menschen noch nicht erwiesen, dass Birkenzucker einen Rückgang der Diabeteskomplikationen bewirkt.Die in Tierexperimenten gewonnenen Erkenntnisse spielen eine wichtige Rolle, weil sie Einfluss auf das Fortschreiten der Diabeteserkrankung haben könnten. Allerdings sind sie noch nicht auf den Menschen übertragbar.
Birkenzucker und Darmgesundheit
Neben seinen positiven Effekten auf den Blutzucker und die Zahngesundheit kann Birkenzucker in größeren Mengen aber auch Beschwerden verursachen.
Forschende konnten zum Beispiel zeigen, dass ein Verzehr von 50 Gramm Birkenzucker Blähungen und Durchfall verursachen kann.6
Normalerweise findet ein großer Teil der Verdauung im Magen und im Dünndarm statt. Die Dickdarmmikroflora fermentiert üblicherweise unverdauliche Nahrungsbestandteile wie Ballaststoffe.
Bis zu 50 Prozent des Zuckerersatzes werden im Dünndarm verdaut. Der Rest wird im Dickdarm fermentiert, wodurch der osmotische Druck steigt. Es wird also Wasser aus dem umliegenden Gewebe in den Dickdarm gezogen.
Das Wasser macht den Stuhl weich und erhöht dessen Volumen. Daher wirkt Birkenzucker in größeren Mengen abführend.
Dieser Effekt kann auch positiv genutzt werden: Die unverdaulichen, aber fermentierbaren Eigenschaften von Birkenzucker können Verstopfungen lindern.
Die Eigenschaften von Xylitol ähneln zudem in gewisser Weise auch denen eines Präbiotikums: Präbiotika werden selektiv von den im Darm befindlichen Mikroorganismen genutzt und bieten dadurch dem Menschen einen gesundheitlichen Nutzen.7
Denn die “guten” Bakterien vermehren sich dadurch im Darm und verdrängen so die “schlechten”. Darüber hinaus werden bei der Fermentation Stoffwechselprodukte (kurzkettige Fettsäuren) von den Bakterien gebildet, die von den Darmzellen als Energiequelle genutzt werden können.
Birkenzucker und Krebs
Aktuell gibt es keine Daten, die Birkenzucker als krebserregend einstufen oder auf ein erhöhtes Krebsrisiko nach Verzehr von Birkenzucker hinweisen.17
In einer Studie hemmte Xylit sogar dosisabhängig die Zellteilung verschiedener Krebszelllinien. Es löste in einer Lungenkrebs-Zelllinie eine Art Selbstmordprozess aus. Bei diesem Prozess bauen, in Bezug auf einen lebenden Organismus, geschädigte Zellen eigene Bestandteile ab, um das Überleben des gesamten Organismus sicherzustellen.18
Birkenzucker könnte also therapeutisches Potential gegen Lungenkrebs besitzen.
Birkenzucker bei Atemwegsinfekten und Ohrentzündungen
Bei Atemwegsinfekten, Nasennebenhöhleninfekten und Ohrentzündungen kommt es zur Besiedlung der Atemwege mit krankmachenden Keimen wie zum Beispiel verschiedenen Staphylokokken oder Pseudomonaden.7
Die Erreger dringen über die oberen Atemwege ein und breiten sich gegebenenfalls in die Nasennebenhöhlen oder sogar ins Mittelohr aus.
Experimente und Versuche zur Behandlung von Atemwegsinfekten und Ohrenentzündungen
Experimente zeigten, dass die Anwendung einer Xylit-Lösung über mehrere Tage Staphylokokken bei gesunden Studienteilnehmenden besser reduzieren konnte als Kochsalz.
Zudem verbesserte ein Xylit-haltiges Nasenspray nachweislich die Lebensqualität von Personen mit Nasenverstopfung, die keine allergische Ursache hat.
Weitere sogenannte in-vitro-Versuche außerhalb des lebenden Organismus zeigten, dass sich durch die Anwendung von Xylit die Biofilmbildung bestimmter Krankheitserreger reduzieren lässt.
Die Ergebnisse hinsichtlich der Nutzung von Birkenzucker zur Behandlung von Atemwegsinfekten und Ohrenentzündungen sind damit zwar vielversprechend, aber insgesamt sehr subjektiv und noch nicht überzeugend genug, um einen tatsächlichen Nutzen zu belegen.
Birkenzucker in Schwangerschaft und Stillzeit
Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit kann Birkenzucker verzehrt werden. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) stuft Birkenzucker als sicher ein.19
Darüber hinaus senkt der Verzehr von mit Xylit gesüßtem zuckerfreiem Kaugummi die Bakterienbelastung im Mund bei der Mutter und damit auch die Übertragung kariesfördernder Keime auf das Kind.
Birkenzucker giftig für Hunde
Während Birkenzucker für Säugetiere im Allgemeinen als unbedenklich gilt, ist er für Hunde giftig.9
Der Zuckeralkohol bewirkt bei Hunden
- einen starken Anstieg der Insulinproduktion und einem drastischen Blutzuckerabfall innerhalb von 30 bis 60 Minuten
- gelegentlich Lebererkrankungen und -schäden
Die Xylitvergiftung führt beim Hund zu
- schwerer Unterzuckerung
- starkem Kalium- und Phosphatmangel
- akutem Leberversagen
Behandelt wird die Vergiftung
- durch Verabreichung von Glukose direkt ins Blut (intravenös)
- Unterstützung der Leberfunktion
- allgemein unterstützende Behandlung
Birkenzucker als Haushaltszuckerersatz?
Birkenzucker hat einige positive Eigenschaften. Dennoch ist er nicht uneingeschränkt als Ersatz für herkömmlichen Haushaltszucker zu empfehlen.
Xylit ist verhältnismäßig teuer. Und es kann bei Verzehr größerer Mengen zu Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen, Koliken und Übelkeit führen. 5,19
Zur Geschichte von Birkenzucker
Der deutsche Chemiker Emil Fischer entdeckte den Zuckerersatz erstmals in den frühen 1890er Jahren.19
Vor allem während der Zuckerknappheit im Zweiten Weltkrieg wurde Birkenzucker genutzt. Seit 1963 ist Xylit als Lebensmittelzusatz von der amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde, der FDA, zugelassen.
Aufgrund seiner Schutzwirkung auf die Zähne hat Finnland als erstes Land eine landesweite Kampagne umgesetzt, um den Einsatz von Xylitol zur Reduzierung von Karies bei Kindern zu unterstützen.
Auch andere europäische und asiatische Länder folgten, sodass nahezu 50 Prozent des Kaugummi-Marktes von Xylit-haltigen Kaugummis dominiert werden.
Sogar die US-Armee hat eine Initiative zur Förderung von Xylitol gestartet, um die Mundgesundheit der eingesetzten Truppen zu verbessern.
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Die Zeit nach der Klinik ist für Angehörige oft die größte Herausforderung. Unser Online-Kurs führt Sie in 13 kompakten Modulen durch die Zeit danach. Der Kurs ist ein kostenfreies Angebot gesetzlicher Krankenkassen nach § 45 SGB XI.
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Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Dr. med. Mark Dankhoff
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
- Xylitol: What to know about this popular sugar substitute; Harvard Health Publishing - Harvard Medical School; (erstellt am 04.09.2024; abgerufen am 04.02.2026) - Autorin: Lindsay Warner - Reviewer: Howard E. LeWine, MD - URL: https://www.health.harvard.edu/nutrition/xylitol-what-to-know-about-this-popular-sugar-substitute
- Xylit | E967 (Birkenzucker); (letzte Aktualisierung am 25.11.2024; abgerufen am 04.02.2026) - Herausgeber: Forum Bio- und Gentechnologie e. V. - Verein zur Förderung der gesellschaftlichen Diskussionskultur e. V. - Redaktion: Gerd Spelsberg, Sigrid Fuhrmann, Dr. Mechthild Schuppener - URL: https://www.transgen.de/datenbank/zusatzstoffe/2144.xylit-e967.html
- Sugar substitutes - xylitol explained; goodFOOD (erstellt am 11.07.2024; abgerufen am 06.02.2026) - Autor: Jo Williams - URL: https://www.bbcgoodfood.com/health/nutrition/sugar-substitutes-xylitol
- Xylit-Studie: So gefährlich kann der Zuckerersatz fürs Herz sein; HKM - Herz-Kreislauf-Medizin GmbH; (erstellt am 24.06.2024; abgerufen am 10.02.2026) - Autorin: Amina Linke - URL: https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/aktuelles/news/xylit-zuckerersatz-herzerkrankungen
- Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis - Herausgeber: Hendrik Meyer-Lückel, Sebastian Paris, Kim R. Ekstrand - Publikation: Georg Thieme Verlag; Stuttgart, 2012 - ISBN: 978-3-13-154541-1, 978-3-13-183481-2 - DOI: 10.1055/b-002-44936
- Review of Xylitol as a Sweeteners For Diabetes Patients - Autoren: Fenti Fatmawati, Sarah Fauziah Saefuddin, Rahmat Santoso - Publikation: International Journal of Pharmaceutical Research and Applications; 2022 Mar-Apr; 7(2):859-866 - DOI: 10.35629/7781-0702859866 - URL: https://ijprajournal.com/issue_dcp/Review%20of%20Xylitol%20as%20a%20Sweeteners%20For%20Diabetes%20Patients.pdf
- Xylitol’s Health Benefits beyond Dental Health: A Comprehensive Review - Autoren: Krista Salli, Markus J. Lehtinen, Kirsti Tiihonen, Arthur C. Ouwehand - Publikation: Nutrients; 2019 Aug. 06; 11(8):1813 - DOI: 10.3390/nu11081813
- Xylit (Birkenzucker); A. Vogel; (erstellt 12/2014; abgerufen am 04.02.2026) - Autorin: Petra Horat Gutmann - URL: https://www.avogel.de/ernaehrung_gesundheit/ihre-ernaehrung/themenuebersicht/zucker/xylit.php
- Xylitol - Autor: Michael E. Peterson - Publikation: Topics in Companion Animal Medicine; 2013 Feb.; 28(1):18-20 - DOI: 10.1053/j.tcam.2013.03.008
- Birkenzucker – nichts anderes als der Zusatzstoff Xylit; Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände - Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv); (Stand 20.09.2019; abgerufen am 08.02.2026) - URL: https://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/birkenzucker-nichts-anderes-als-der-zusatzstoff-xylit
- Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to sugar-free chewing gum sweetened with xylitol and plaque acid neutralisation (ID 485), maintenance of tooth mineralisation (ID 486, 562, 1181), reduction of dental plaque (ID 485, 3085), and defence against pathogens in the middle ear (ID 561, 1180) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006 - Autor: European Food Safety Authority (EFSA) - Publikation: EFSA Journal IT; 2011; 9(6):266 - DOI: https://doi.org/10.2903/j.efsa.2011.2266
- Kariesschutz durch Xylit; DocMedicus; (letzte Aktualisierung am 07.06.2024; abgerufen am 05.02.2024) - Autor: Dr. med. Werner G. Gehring - URL: https://www.zahngesundheit-online.com/Kariologie/Kariesschutz-durch-Xylit/Kariesschutz-durch-Xylit
- Xylitol is prothrombotic and associated with cardiovascular risk - Autoren: Marco Witkowski, Ina Nemet, Xinmin S. Li, Jennifer Wilcox, Marc Ferrell, Hassan Alamri, Nilaksh Gupta, Zeneng Wang, Wai Hong Wilson Tang, Stanley L. Hazen - Publikation: European Heart Journal; 2024 Jul 12; 45(27):2439-2452 - DOI: 10.1093/eurheartj/ehae244
- Effect of a Chronic Intake of the Natural Sweeteners Xylitol and Erythritol on Glucose Absorption in Humans with Obesity - Autoren: Valentine Bordier, Fabienne Teysseire, Götz Schlotterbeck, Frank Senner, Christoph Beglinger, Anne Christina Meyer-Gerspach, Bettina K. Wölnerhanssen - Publikation: Nutrients; 2021 Nov 05; 13(11):3950 - DOI: 10.3390/nu13113950
- Accelerated Intestinal Glucose Absorption in Morbidly Obese Humans: Relationship to Glucose Transporters, Incretin Hormones, and Glycemia - Autoren: Nam Q. Nguyen, Tamara L. Debreceni, Jenna E. Bambrick, Bridgette Chia, Judith Wishart, Adam M. Deane, Chris K. Rayner, Michael Horowitz, Richard D. Young - Publikation: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism; 2015 Mar., 100(3):968-976 - DOI: 10.1210/jc.2014-3144
- Diabetiker: Schnellere Zuckeraufnahme im Darm; Deutsches Ernährungs- &-informationsnetz; (erstellt am 15.11.2013; abgerufen am 11.02.2026) - Autoren: Sabrina Rauth - URL: https://ernaehrung.de/diabetiker-schnellere-zuckeraufnahme-im-darm/
- Xylitol and Cancer; Cancer Therapy Advisor (Haymarket Media, Inc.); (erstellt am 01.11.2017; abgerufen am 11.02.2026) - Autorin: Andrea S. Blevins Primeau, PhD, MBA - URL: https://www.cancertherapyadvisor.com/factsheets/xylitol-and-cancer/
- Autophagie: „Selbstverstümmelung“ als Überlebensstrategie - Autorinnen: Martina Lenzen-Schulte, Vera Zylka-Menhorn - Publikation: Deutsches Ärzteblatt, 2016 Sep.; 113(40):8260 - URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/pdf/da349572-74af-4226-afe1-348f28180567
- Xylitol; Drugs.com; (letzte Aktualisierung am 24.03.2025; abgerufen am 11.02.2026) - URL: https://www.drugs.com/npp/xylitol.html

