Bluthochdruck: Zahlen, Daten, Fakten ▷ Statistik
Autoren: Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen- aktualisiert am:
In diesem Artikel:
Wie viele Menschen haben einen zu hohen Blutdruck?
- Weltweit hatten im Jahr 2024 Schätzungen nach 1,4 Milliarden Erwachsene im Alter von 30 bis 79 Jahren Bluthochdruck. Das sind 33 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersklasse.1
- Bluthochdruck, die arterielle Hypertonie, ist der Risikofaktor Nr.1 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt.
- Zwischen 1990 und 2024 stieg die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck von 650 Millionen auf 1,4 Milliarden an. Eine Entwicklung, die maßgeblich auf die Zunahme der Risikofaktoren und Anzahl von Menschen mit hohem Alter zurückzuführen ist.1
- In Deutschland sind etwa 36 Prozent der 30- bis 79-Jährigen betroffen.2
- Mehr Deutsche mit zu hohem Blutdruck sind Männer.2


Bluthochdruck: Wie viele Betroffene wissen von ihrer Erkrankung?
- Geschätzt 44 Prozent (600 Millionen Menschen) der weltweit von einem Bluthochdruck Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung.1
- In Deutschland sind sich 20 Prozent der Betroffenen ihres Bluthochdrucks nicht bewusst.2
- Weitere 44 Prozent (630 Millionen) der Betroffenen weltweit haben einen ärztlich dokumentierten Bluthochdruck und befinden sich in Behandlung.1
- Etwa 23 Prozent (320 Millionen Erwachsene weltweit) haben ihre Erkrankung unter Kontrolle.1
- In Deutschland haben hingegen etwa 50 Prozent der Erkrankten ihre Blutdruckwerte im Griff.2
- Nur etwa 90 Prozent der Menschen mit bekanntem Bluthochdruck lassen ihre Erkrankung angemessen behandeln.2
- Eine Verbesserung der Therapietreue (Adhärenz) zu einer blutdrucksenkenden Behandlung bewirkt eine Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 23 Prozent.2
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Wo leben die meisten Menschen mit Bluthochdruck?
- Am häufigsten kommt Bluthochdruck mit 38 Prozent im östlichen Mittelmeerraum vor. In der westpazifischen WHO-Region ist Bluthochdruck mit 29 Prozent am wenigsten verbreitet.1
- Zwei Drittel der 30- bis 79-jährigen Menschen mit Bluthochdruck leben in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen.1
Bluthochdruck als Todesursache
- Bluthochdruck ist weltweit eine der Hauptursachen für den vorzeitigen Tod.1
- Über die Hälfte der durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingten Todesfälle in Deutschland ist ursächlich auf einen systolischen Bluthochdruck zurückzuführen (Stand 2021).2


Was sind die Hauptrisikofaktoren von Bluthochdruck?
- Salz: Frauen zwischen 18 und 79 Jahren verzehren täglich im Durchschnitt 8,4 Gramm Salz, Männer sogar 10 Gramm. Empfohlen sind maximal 6 Gramm Salz pro Tag (entsprechend einem Teelöffel Salz).4
- Rauchen: 28,3 Prozent (etwa 24 Millionen) der in Deutschland lebenden Menschen rauchen (Stand: Oktober 2024).5
- Alkoholkonsum: 14,8 (etwa 12,5 Millionen) Prozent der Deutschen trinken täglich gesundheitsgefährdende Mengen Alkohol.6
- Übergewicht/Adipositas: Schätzungen nach sind Übergewicht und Fettleibigkeit ursächlich für 55 Prozent der Bluthochdruckerkrankungen europäischer Erwachsener verantwortlich.7

Welche Ursachen kann ein hoher Blutdruck haben?
- Bei 10 bis 35 Prozent aller Menschen mit Bluthochdruck ist eine Grunderkrankung für die hohen Blutdruckwerte verantwortlich. Medizinische Fachleute bezeichnen das als sekundäre Hypertonie.10
- In 65 bis 90 Prozent kann keine eindeutige organische Ursache als Grund für den Bluthochdruck festgestellt werden. Das medizinische Personal spricht dann von einer primären Hypertonie, die meist durch eine Kombination verschiedener Faktoren wie etwa genetische Veranlagung, Stress und Bewegungsmangel entsteht.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft
- Etwa 7 Prozent der schwangeren Frauen haben in der Schwangerschaft zu hohe Blutdruckwerte. Ganze 3 Prozent davon sind durch eine Schwangerschaftskomplikation bedingt, die in der medizinischen Fachsprache als Präeklampsie bezeichnet wird.10

Was sind die Folgen von dauerhaft hohem Blutdruck?
- Ein dauerhaft hoher Blutdruck schädigt die Augen, das Herz, die Nieren, das Gehirn und die Blutgefäße.10

Welcher Blutdrucksenker wird am häufigsten verordnet?
- Aus der Klasse der ACE-Hemmer ist Ramipril der in Deutschland am häufigsten verordnete Blutdrucksenker (Stand 2026).8
- Im Jahr 2022 wurden in Deutschland etwa 4,8 Milliarden tägliche Tagesdosen des Blutdrucksenkers verordnet.9

Bluthochdruck bei Schlaganfallbetroffenen
- Patienten, die einen Hirninfarkt erlitten haben und durch eine intravenöse Thrombolyse oder eine mechanische Thrombektomie behandelt wurden, sollten in den ersten 24 Stunden nach der Behandlung medikamentös auf Blutdruckwerte unter 180/105 eingestellt werden.10
- Bei Patienten mit einer Hirnblutung sollte der Blutdruck innerhalb der ersten 6 Stunden nach Symptombeginn auf einen systolischen (oberen) Wert von 140 bis 160 mmHg eingestellt werden. Damit sollen die Ausdehnung der Blutung verhindert und die Genesungsaussichten verbessert werden.10


Blutdruckgrenzwerte und Behandlungsziele
- Als Blutdruckgrenzwerte für Messungen in der ärztlichen Praxis gelten nach den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie und der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie Werte unter 120/70 mmHg als nicht erhöhter Blutdruck, 120/70 bis unter 140/90 mmHg als erhöhter Blutdruck und über 140/90 mmHg als Bluthochdruck.10
- Ziel der Blutdruckbehandlung ist nach den Leitlinien somit ein Blutdruck von 120-129/70-79 mmHg.10

Wie konsequent behandeln junge Menschen mit Bluthochdruck ihre Erkrankung?
- Einige Studien zeigen, dass junge Erwachsene mit Bluthochdruck im Alter von 18 bis 40 Jahren ihre Erkrankung häufig nicht konsequent behandeln lassen. Die Therapietreue (Adhärenz) liegt je nach Studie unter 50 Prozent.10

Wie oft sollten Erwachsene ihren Blutdruck kontrollieren?
- Bei allen Erwachsenen unter 40 Jahren sollte in Abständen von höchstens 3 Jahren eine Blutdruckmessung erfolgen.10 Auch bei Kindern und Jugendlichen sind regelmäßige Messungen sinnvoll.
- Über 40 Jahren ist eine Blutdruckmessung mindestens einmal im Jahr sinnvoll, um einen Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen und eine Behandlung einzuleiten.10

Einfluss des Lebensstils auf den Blutdruck
- Der Lebensstil hat einen großen Einfluss auf den Blutdruck: Eine Steigerung der körperlichen Aktivität, Erhöhung der Kaliumzufuhr, Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung, Rauchverzicht und Reduktion des Salz- und Alkoholkonsums können den Blutdruck senken.10

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Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
- Hypertension; World Health Organization (WHO); (erstellt am 25.09.2025; abgerufen am 16.01.2026) - URL: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hypertension
- Informationen (Bluthochdruck in Zahlen); Deutsche Hochdruckliga e. V. (DHL); (abgerufen am 16.01.2026) - URL: https://www.hochdruckliga.de/presse/informationen/bluthochdruck-in-zahlen
- Bluthochdruck und Adhärenz - Autoren: A. Jumar, R. Schmieder - Publikation: Der niedergelassene Arzt 10, 79-84
- Speisesalz; Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE); (abgerufen am 16.01.2026) - URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/speisesalz/#c3353
- Weltnichtrauchertag: Nikotinkonsum bei jungen Menschen gibt Anlass zur Sorge; Herz-Kreislauf-Medizin (HKM) gGmbH; (erstellt am 30.05.2025; abgerufen am 16.01.2026) - URL: https://herzmedizin.de/meta/presse/pressemitteilungen/2025/weltnichtrauchertag-nikotinkonsum-bei-jungen-menschen
- Alkoholkonsum in Deutschland; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG); (abgerufen am 16.01.2026) - URL: https://www.kenn-dein-limit.de/alkoholkonsum/alkoholkonsum-in-deutschland/
- Europas Adipositas-Statistiken: Zahlen, Trends und Raten nach Ländern; EUFIC (Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel); (zuletzt aktualisiert am 26.03.2025; abgerufen am 27.01.2026) - URL: https://www.eufic.org/de/gesund-leben/artikel/europas-adipositas-statistiken-zahlen-trends-und-raten-nach-laendern/
- Meilensteine bei den Bluthochdruckmitteln; Arzneimittel-Atlas; IGES Institut GmbH; (Stand: 15.01.2026; abgerufen am 21.01.2026) - URL: https://www.arzneimittel-atlas.de/arzneimittel/c02c09-mittel-bei-hypertonie/meilensteine/
- The 10 top prescribed medicines in Germany from 1985 to 2022: pharmacological analysis - Autoren: Lennart Schröder, Roland Seifert - Publikation: Naunyn-Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology; 2025 May; 398(5):5509-5529 - DOI: 10.1007/s00210-024-03615-5
- Erhöhter Blutdruck und Hypertonie: Leitlinien für das Management von erhöhtem Blutdruck und Hypertonie - Autor: European Society of Cardiology - Mitarbeiter: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung - Publikation: Börm Bruckmeier Verlag GmbH; ESC pocket guidelines; Version 2024; Grünwald - ISBN: 978-3-89862-355-1




