Scheinfasten ▷ Fasting-Mimicking Diet (FMD)

Wie gesund ist Scheinfasten wirklich? (Foto: Maren Winter | Shutterstock)
In diesem Artikel:
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist Scheinfasten?
- Vorteile des Scheinfastens auf die Gesundheit
- Häufige Fragen (Frequently asked questions, FAQ)
Das Wichtigste in Kürze:
Für alle, die gleich in die Tiefe gehen und mehr wissen möchten: Hier geht es zur ausführlichen Version des Artikels.Scheinfasten ist eine Art des Kurzzeitfastens mit einer sehr geringen Kalorienzufuhr bei gleichzeitig reduzierter Proteinaufnahme.
Das Scheinfasten erzielt zum Teil ähnliche Effekte wie längere Fastenformen. Es reduziert jedoch begleitende Risiken, die auf die dauerhafte Kalorien- und Proteineinschränkung zurückzuführen sind.
Durch das Scheinfasten können Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt verbessert werden.
Scheinfasten gilt nach aktuellen Erkenntnissen als sicher und kann nach ärztlicher Beratung üblicherweise bedenkenfrei mehrmals im Jahr im Abstand von mehreren Wochen bis Monaten praktiziert werden.
Die Zeit nach der Klinik ist für Angehörige oft die größte Herausforderung. Unser Online-Kurs führt Sie in 13 kompakten Modulen durch die Zeit danach. Der Kurs ist ein kostenfreies Angebot gesetzlicher Krankenkassen nach § 45 SGB XI.
Was ist Scheinfasten?
Das Scheinfasten, im Englischen als Fasting Mimicking Diet (FMD) bezeichnet, ist eine kurze Fastenperiode von vier bis sieben Tagen, die sich durch eine sehr geringe Kalorienzufuhr und meist durch einen geringen Proteinverzehr in diesem Zeitraum auszeichnet.1
Es ahmt die Effekte von längerem oder auch intermittierendem Fasten (Intervallfasten) nach, soll aber die Risiken minimieren, die durch langanhaltende Kalorien- und Proteinreduktion entstehen.
Vorteile des Scheinfastens
Eine sehr kalorienarme, fastenähnliche Ernährung fördert nachweislich die Gesundheit und einen Selbstreinigungsprozess des Körpers auf Zellebene, der als Autophagie bezeichnet wird.
Was ist Autophagie?
Autophagie ist ein Prozess, durch den unsere Zellen beschädigte, verklumpte oder fehlgefaltete Proteine, Zellbestandteile und in einigen Fällen auch ganze Zellorganellen wie Mitochondrien, die “Kraftwerke” unserer Zellen, abbauen und wiederverwerten können.
Durch dieses Recycling-Programm sichern einzelne Zellen ihr Überleben. Schwerwiegend geschädigte Zellen töten sich hingegen selbst ab. Das geschieht zum Wohle des aus vielen Zellen bestehenden (multizellulären) Organismus.
Wann findet Autophagie statt?
Autophagie findet auf einem geringen Grundniveau immer in unserem Körper statt.
In Stresssituationen, zum Beispiel bei sportlicher Aktivität oder bei herbeigeführtem Energiemangel durch Fasten, wird sie jedoch gezielt aktiviert.

Autophagie.2 Während des Selbstreinigungsprozesses bildet sich in der Zelle zunächst eine Doppelmembran aus Proteinen und Lipiden, die dann im Folgenden den beschädigten Zellbestandteil, etwa ein defektes Mitochondrium, umschließt. Es bildet sich das sogenannte Autophagosom, das wie eine Art Müllabfuhr fungiert. Dieses verschmilzt in einem weiteren Schritt mit einem Lysosom, das Verdauungsenzyme enthält, die zum Zerlegen des defekten Zellorganells benötigt werden. Durch die Verschmelzung entsteht das Autolysosom, in dem der eigentliche Verdauungsvorgang stattfindet. Einzelbausteine, die recycelt werden können, werden in das wässrige Milieu der Zelle (das Zytoplasma) freigesetzt.
Gesundheitliche Vorteile des Scheinfastens
Scheinfasten umfasst einige Vorteile für unsere Gesundheit.1
- die Verbesserung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall
- insbesondere die Verbesserung des metabolischen Syndroms (Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Blutzuckererhöhung)
- einen moderaten Gewichtsverlust
- niedrigere Blutzucker-, Insulin- und IGF-1-Werte. IGF-1 ist ein zentrales Wachstumshormon, das Zellwachstum fördert. Ein Absinken des IGF-1-Spiegels fördert Schutz- und Reparaturmechanismen.3
Diese Vorteile können dazu beitragen, dass wir ein höheres biologisches Alter erreichen. In Tiermodellen sind diese Faktoren ebenfalls mit gesundem Altern und einer verbesserten Lebenserwartung verbunden.
Häufig wird dazu eine proteinarme Ernährung eingesetzt, um den Selbstreinigungsprozess zu stimulieren und altersbedingte Faktoren zu reduzieren. Denn Autophagie wird durch Energiemangel, vor allem durch Reduzieren der Proteinzufuhr und damit der essentiellen Aminosäuren, aktiviert.
Einschränkung der Aminosäurenzufuhr
Ein Hauptmerkmal des Scheinfastens ist die Einschränkung der Aminosäurenzufuhr. Denn durch den reduzierten Verzehr von Proteinen wird der IGF-1-Spiegel gesenkt und der zelluläre Autophagie-Prozess aktiviert.
Beides gilt als wichtige Grundlage für:
- die Verbesserung der Gesundheit
- die Linderung altersbedingter Symptome
- die Verlängerung der Lebensspanne
Zahlreiche Studien deuten auf ein reduziertes Risiko für altersbedingte Erkrankungen und auf eine geringere Sterblichkeit durch eine geringe Proteinzufuhr hin.
Eine proteinreiche, kohlenhydratarme Ernährung verbessert hingegen das Körpergewicht, die Körperzusammensetzung und spezifische Messwerte, die das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel betreffen.
Essentielle Aminosäuren sind Eiweißbausteine, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Sie müssen daher über die Nahrung zugeführt werden. Es gibt acht dieser für uns lebensnotwendigen Aminosäuren. Säuglinge benötigen zusätzlich noch Histidin als neunte essentielle Aminosäure.
Studie: Gesundheitliche Effekte von pflanzenbasiertem Scheinfasten
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie1 untersuchte die gesundheitlichen Effekte von pflanzenbasiertem Scheinfasten mit hoher Protein- und niedriger Fettzufuhr sowie niedriger Protein- und hoher Fettzufuhr an gesunden Menschen.
- Kontrolle: 16 Studienteilnehmende ernährten sich entsprechend des Energiebedarfs ihres Körpers.
- niedrige Protein- und hohe Fettzufuhr: 15 Studienteilnehmende nahmen täglich 850 Kilokalorien mit 10 Prozent Protein und 45 Prozent Fett zu sich.
- hohe Protein- und niedrige Fettzufuhr: 15 Studienteilnehmende nahmen täglich 850 Kilokalorien mit 30 Prozent Protein und 25 Prozent Fett zu sich.
Beide Arten des Scheinfastens förderten die Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit, verringerten Körpergewicht und Fettmasse und aktivierten den Selbstreinigungsprozess.
Das Scheinfasten mit hoher Proteinzufuhr zeigte jedoch zusätzlich einige Vorteile:
- Senkung des viszeralen Fettes (das tiefliegende Fettgewebe um die Organe, das nachweislich das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen erhöht)
- Verbesserung der Herzfrequenzvariabilität (HFV, HRV), die als Indikator für Stress beziehungsweise Erholung dient
- Senkung der Triglyceridwerte
- Reduzierung der gesättigten Fettsäuren
- Förderung der Vielfalt der Darmbakterien
Eine weitere klinische Studie mit 100 erwachsenen Studienteilnehmenden zeigte, dass drei Zyklen des Scheinfastens die Insulinresistenz und auch andere Anzeichen von Prädiabetes (der Vorstufe zum Diabetes) reduzierten.4
Darüber hinaus sank der Leberfettgehalt der Teilnehmenden. Das Verhältnis von lymphatischen zu myeloischen Zellen stieg an, was als Indikator für das Alter des Immunsystems gilt. Mehr lymphatische Zellen sind mit einem jüngeren Immunsystem assoziiert.
Hinweis auf das Alter des Immunsystems
Mit steigendem Alter verschiebt sich das Verhältnis von lymphatischen Zellen zu myeloischen Zellen. Das bezeichnen Wissenschaftler als Immunseneszenz.
Die Zahl der lymphatischen Zellen (T- und B-Zellen des erworbenen Immunsystems) im Knochenmark nimmt ab. Die Zahl der myeloischen Zellen (Monozyten, natürliche Killerzellen und Granulozyten der angeborenen, unspezifischen Immunabwehr) bleibt gleich oder steigt hingegen sogar.5
Dieser Alterungsprozess des Immunsystems führt zu einer verminderten erworbenen Immunabwehr und zu chronischen Entzündungsreaktionen (Inflammaging), weil die myeloischen Zellen entzündungsfördernde Botenstoffe bilden.
Das mittlere biologische Alter der Studienteilnehmenden sank durch die drei Scheinfasten-Zyklen um durchschnittlich 2,5 Jahre.
Wirkung des Scheinfastens auf den Blutdruck
In einer systematischen Analyse von Studien zum Scheinfasten konnte eine durchschnittliche Senkung des systolischen (oberen) Blutdruckwertes um etwa 4,2 mmHg und des diastolischen (unteren) Blutdruckwertes um 2,3 mmHg beobachtet werden.6
Wirkung des Scheinfastens auf den Blutzucker
Der Langzeit-Blutzucker HbA1c (glykiertes Hämoglobin) konnte durch Scheinfasten im Schnitt um etwa 8,6 mmol/mol gesenkt werden. Das ergab eine systematische Analyse von Studien zu den Auswirkungen von Scheinfasten auf Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.6
Wirkung des Scheinfastens bei rheumatischen Erkrankungen
Scheinfasten reduziert Entzündungen und kann daher die Symptome von rheumatischen Erkrankungen lindern.7
Wirkung des Scheinfastens auf Tumorerkrankungen
Ein italienisches Forschungsteam publizierte im Jahr 2022 eine Studie am Menschen, die zeigt, dass das Scheinfasten Zucker und andere Substanzen im Blut reduzieren kann. Dadurch kann den Krebszellen eine wichtige Versorgung mit Nährstoffen entzogen werden.8
Zudem verstärkt das Scheinfasten offenbar die Immunantwort zur Bekämpfung von Tumorzellen.
Die 101 Studienteilnehmenden waren an unterschiedlichen Krebsarten erkrankt und wurden mit unterschiedlichen Standardtherapien behandelt.
Sie erhielten fünf Tage lang eine kohlenhydrat- und proteinarme, pflanzliche Ernährung mit bis zu 600 Kilokalorien am ersten Tag sowie je 300 Kilokalorien an den Folgetagen. Das Scheinfasten wurde alle drei bis vier Wochen maximal achtmal hintereinander wiederholt.
Schwerwiegende Nebenwirkungen des Scheinfastens traten in 12,9 Prozent der Fälle auf. Diese können jedoch zum Teil auch auf die Krebstherapie zurückzuführen sein.
Zudem liegt die Häufigkeit unter einem Schwellenwert von 20 Prozent und ist damit deutlich niedriger als der in aktuellen klinischen Studien berichtete Wert für Immuntherapiestrategien, die von den Zulassungsbehörden in Europa und den USA zugelassen wurden.
Die häufigste Nebenwirkung war Müdigkeit. Diese war jedoch selten schwerwiegend. Insgesamt vertrug die Mehrheit der Patientinnen und Patienten das Scheinfasten gut.
Das Scheinfasten bewirkte:
- eine Senkung des Blutzucker- und Insulinspiegels
- eine Reduktion des Wachstumsfaktors IGF-1
- eine Abnahme der immunsuppressiven Zellen im Blut
- eine verstärkte Einwanderung von T-Zellen in den Tumor (Immunzellen, die den Tumor bekämpfen)
Abnahme von immunsuppressiven Zellen
Warum ist die Abnahme von immunsuppressiven Zellen wichtig bei der Tumorbekämpfung?
Immunsuppressive Zellen sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Sie regulieren die Immunabwehr, indem sie die Aktivität anderer Immunzellen hemmen. Damit verhindern sie überschießende Reaktionen des Immunsystems, die schlimmstenfalls das körpereigene Gewebe angreifen würden.
Tumoren nutzen jedoch diese immunsuppressiven Zellen, um sich vor dem Immunsystem zu schützen und ungehindert zu wachsen.
Die immunsuppressiven Zellen sind damit ein wesentlicher Treiber für die maligne, also bösartige Umgehung des Immunsystems und darüber hinaus für eine etwaige Behandlungsresistenz.9
Werden die immunsuppressiven Zellen reduziert, kann sich die körpereigene Abwehr besser gegen den Tumor richten.
Häufige Fragen (Frequently asked questions, FAQ)
Kann ich mit Scheinfasten abnehmen?
Scheinfasten kann, wie auch andere Fastenformen, dabei helfen, das Körpergewicht zu reduzieren.
Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass bei einem einmaligen Scheinfasten-Zyklus von vier bis sieben Tagen große Effekte zu erwarten sind, während für den Rest des Jahres hochverarbeitete Lebensmittel auf dem Ernährungsplan stehen.
Das Scheinfasten sollte also eher als Unterstützung bei einem insgesamt gesunden Lebensstil betrachtet werden und nach ärztlicher Beratung in festgelegten Abständen wiederholt werden.
Ist das Scheinfasten für jeden geeignet?
Nein. Das Scheinfasten ist nicht für jeden geeignet.
Grundsätzlich können gesunde Erwachsene das Scheinfasten bedenkenfrei praktizieren.10
Ausnahmen sind schwangere oder stillende Frauen, Kinder und Jugendliche im Wachstum oder Menschen mit Untergewicht sowie aktiven oder zurückliegenden Essstörungen. Hier sollte auf Scheinfasten verzichtet werden.
Vorsicht ist geboten für Menschen mit Infektionen, schweren Erkrankungen oder mit eingeschränkter Leber-/Nierenfunktion. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente kann Scheinfasten ungeeignet sein.
Daher sollten Sie immer ärztliche Rücksprache halten, bevor Sie Ihr Ernährungsverhalten, etwa im Rahmen des Scheinfastens, stark verändern.
In welchen Abständen kann ich Scheinfasten praktizieren?
Üblicherweise steht einem wiederholten Scheinfasten nach einer mehrwöchigen oder mehrmonatigen Pause nichts im Wege.11 Nach aktuellem Wissensstand sind die ideale Dauer und Häufigkeit des Scheinfastens noch nicht bestimmt.
Für die Prävention von Krankheiten und um dem Altern entgegenzuwirken, haben sich drei bis vier Fastenperioden jährlich bewährt.12
Wie sehr muss ich beim Scheinfasten auf meine Kalorienzufuhr achten?
Am ersten Tag wird die Kalorienzufuhr für gewöhnlich auf 1000 Kilokalorien reduziert.10 An den Folgetagen werden dann nur noch jeweils rund 700 Kilokalorien zugeführt. Damit werden etwa zehn bis fünfzig Prozent des durchschnittlichen Energiebedarfs eines Menschen gedeckt.12
Was darf ich beim Scheinfasten essen und was nicht?
Folgende (pflanzliche) Lebensmittel bieten sich, in drei kleineren Mahlzeiten verzehrt, für das Scheinfasten an:
- stärkearmes Gemüse (zum Beispiel Spinat, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Tomaten, Linsen und Pilze)
- stärkehaltiges Gemüse in geringeren Mengen (zum Beispiel Möhren oder Kürbis)
- zuckerarme Beeren (zum Beispiel Heidelbeeren, Himbeeren oder Erdbeeren)
- Nüsse und Samen (zum Beispiel Walnüsse, Chiasamen, Leinsamen, Sonnenblumenkerne)
- hochwertige Pflanzenöle (zum Beispiel Oliven- oder Rapsöl)
- pflanzliche Alternativen für Milch und Milchprodukte10,13
Ungeeignet sind:
- tierische Lebensmittel (Milch/Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier)
- Getreideprodukte (zum Beispiel Brot, Nudeln)
- Kartoffeln
- Zucker
- Alkohol
Kaffee ohne Milch und Zucker ist erlaubt, sollte jedoch nur in sehr geringen Mengen genossen werden.
Ist Scheinfasten sicher?
Scheinfasten gilt generell als sicher.
In einigen Fällen können dennoch milde bis moderate Symptome auftreten, darunter
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit
- körperliches Schwächegefühl14
Was ist der Hauptunterschied zwischen Intervallfasten und Scheinfasten?
Intervallfasten (Intermittierendes Fasten)
- gibt den Zeitraum vor, in dem Nahrung aufgenommen werden darf
- gibt grundsätzlich nicht vor, welche Lebensmittel konsumiert werden dürfen, da der Fokus auf dem Zeitraum der Nahrungsaufnahme liegt (auch wenn einige Lebensmittel besser geeignet sind als andere).
Scheinfasten (Fasting Mimicking Diet, FMD)
- keine definierten Zeiträume, in denen vollständig auf Kalorienaufnahme verzichtet wird (kein vollständiges Fasten)
- in der Regel auf pflanzliche Lebensmittel beschränkt, Verzicht auf Zucker und Alkohol
Valter Longos Fasting Mimicking Diet: Was sind die wichtigsten Aspekte?
Die beiden wichtigsten Aspekte der von Valter Longo entwickelten Fasting Mimicking Diet sind der Verzicht auf tierische Proteine und leicht verwertbare Kohlenhydrate wie Zucker.12
Erster Tag Scheinfasten: Warum unterscheidet sich die Kalorienzufuhr von den anderen Tagen?
Hinter dem Unterschied in der Kalorienzufuhr zwischen dem ersten Tag und den anderen Tagen des Scheinfastens steckt einfach nur Psychologie. Die höhere Kalorienzufuhr am ersten Tag soll den Einstieg in die Scheinfasten-Periode erleichtern.12
Was passiert beim Scheinfasten?
Tag 1
Mit der anfänglich etwas höheren Energiezufuhr stellt sich der Stoffwechsel auf die Nüchternphase ein. Zu diesem Zeitpunkt kann der Körper noch auf die Zuckerreserven von Leber und Muskeln zurückgreifen.12
Das möglicherweise auftretende Hungergefühl stellt keinen Energiemangel dar, sondern den psychologisch begründeten Wunsch nach Essen.
Tag 2
Der Blutzucker fällt, die Energiereserven sind aufgebraucht. Leber und Nieren starten die Glucoseproduktion aus Proteinreserven des Körpers (Gluconeogenese).
Tag 3
Der Selbstreinigungsprozess (die Autophagie) beginnt. Fett wird verstärkt in sogenannte Ketonkörper umgewandelt. Diese decken etwa 30 bis 40 Prozent des Energiebedarfs. Das appetitsteigernde Hormon Ghrelin wird weniger und im Gehirn sammelt sich das Wohlfühlhormon Serotonin.
Der Körper wird kälteempfindlicher, da die Körpertemperatur absinkt, um Energie zu sparen.
Tag 4
Die Fettverbrennung und Selbstreinigung sind hochaktiv. Der Blutzucker ist niedrig. Ein nach Aceton (süßlich-stechender, obstartig, eventuell nach Nagellackentferner) riechender Atem oder ein veränderter Uringeruch sprechen dafür, dass das Scheinfasten Wirkung zeigt.
Tag 5
Am letzten Tag des Scheinfastens fühlen sich die Anwendenden meist energiegeladen, gut gelaunt und haben eine schönere Haut.
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Artikel aktualisiert am: - Nächste geplante Aktualisierung am:
Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Dr. med. Mark Dankhoff
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
- Effects of fasting-mimicking diets with low and high protein content on cardiometabolic health and autophagy: A randomized, parallel group study - Autoren: Lucy Burns, Scott Cooper, Sarir Sarmad, Guido Funke, Antonio Di Mauro, George C. Gaitanos, Kostas Tsintzas - Publikation: Clinical Nutrition; 2025 Sep; 52:299-312 - DOI: 10.1016/j.clnu.2025.08.004
- Autophagie: „Selbstverstümmelung“ als Überlebensstrategie; (erstellt 09/2016; heruntergeladen am 21.05.2026) - Autorinnen: Martina Lenzen-Schulte, Vera Zylka-Menhorn - Publikation: Deutsches Ärzteblatt; 113(40):8260 - URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/pdf/da349572-74af-4226-afe1-348f28180567
- Fasten & Scheinfasten – Neustart für Körper und Geist im Herbst; (erstellt am 09.09.2025; abgerufen am 27.04.2026) - Autoren: Redaktion der AMM Akademie für menschliche Medizin GmbH - URL: https://spitzen-praevention.com/2025/09/09/fasten-scheinfasten-neustart-fuer-koerper-und-geist-im-herbst/
- Fasting-mimicking diet causes hepatic and blood markers changes indicating reduced biological age and disease risk - Autoren: Sebastian Brandhorst, Morgan E. Levine, Min Wei, Mahshid Shelehchi, Todd E. Morgan, Krishna S. Nayak, Tanya Dorff, Kurt Hong, Eileen M. Crimmins, Pinchas Cohen, Valter D. Longo - Publikation: Nature Communications, 2024 Feb 20; 15(1):1309 - DOI: 10.1038/s41467-024-45260-9
- Alterung des Immunsystems - Autoren: Anne Großkopf, Andreas Simm - Publikation: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie; 2022 Nov; 55(7):553-557 - DOI: 110.1007/s00391-022-02107-6
- Impact of Fasting Mimicking Diet (FMD) on cardiovascular risk factors: a systematic review and meta-analysis of randomized control trials - Autoren: Milad Mohammadzadeh, Mahdi Amirpour, Hamid Ahmadirad, Fatemeh Abdi, Saman Khalesi, Niayesh Naghshi, Alireza Bahrami, Ehsan Hejazi - Publikation: Diabetology & Metabolic Syndrome; 2025 Apr 26; 17(1):137 - DOI: 10.1186/s13098-025-01709-5
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- Fasting-Mimicking Diet Is Safe and Reshapes Metabolism and Antitumor Immunity in Patients with Cancer - Autoren: Claudio Vernieri, Giovanni Fucà, Francesca Ligorio, Veronica Huber, Andrea Vingiani, Fabio Iannelli, Alessandra Raimondi, Darawan Rinchai, Gianmaria Frigè, Antonio Belfiore, Luca Lalli, Claudia Chiodoni, Valeria Cancila, Federica Zanardi, Arta Ajazi, Salvatore Cortellino, Viviana Vallacchi, Paola Squarcina, Agata Cova, Samantha Pesce, Paola Frati, Raghvendra Mall, Paola Antonia Corsetto, Angela Maria Rizzo, Cristina Ferraris, Secondo Folli, Marina Chiara Garassino, Giuseppe Capri, Giulia Bianchi, Mario Paolo Colombo, Saverio Minucci, Marco Foiani, Valter Daniel Longo, Giovanni Apolone, Valter Torri, Giancarlo Pruneri, Davide Bedognetti, Licia Rivoltini, Filippo De Braud - Publikation: Cancer Discovery; 2022 Jan 01; 12(1):90-107 - DOI: 10.1158/2159-8290.CD-21-0030
- Immunosuppressive Cells in the Tumor Immune Microenvironment: Mechanisms, and Markers; CD Genomics; (abgerufen am 05.05.2026) - URL: https://www.cd-genomics.com/biomedical-ngs/resource/immunosuppressive-cells-in-the-tumor-immune-microenvironment-mechanisms-markers.html
- Gesundheitstrend: Scheinfasten; Bundeszentrum für Ernährung (BZfE); (Stand: 01.04.2026; abgerufen am 28.04.2026) - Autorin: Julia Icking - URL: https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/gesundheitstrend-scheinfasten
- What Is a Fasting Mimicking Diet?; Healthline Media LLC; (erstellt am 20.06.2024; abgerufen am 28.04.2026) - Autoren: Catherine Crider, Jared Meacham, PhD, RD, CSCS - URL:: https://www.healthline.com/nutrition/fasting-mimicking-diet
- Scheinfasten - mein Masterplan: die Verjüngungs-Diät für vitale Zellen und weniger Bauchfett: 5-Tage-Kuren mit über 50 Rezepten; 1. Auflage - Autor: Andreas Michalsen - Mitarbeiter: Petra Thorbrietz, Martina Kittler - Publikation: ZS Verlag München, 2025 - ISBN: 978-3-96584-534-3; 978-3-96584-510-7
- The Potential of Fasting-Mimicking Diet as a Preventive and Curative Strategy for Alzheimer’s Disease - Autoren: Virginia Boccardi, Martina Pigliautile, Anna Giulia Guazzarini, Patrizia Mecocci - Publikation: Biomolecules; 2023 Jul 14; 13(7)-1133 - DOI: 10.3390/biom13071133
- Fasting-mimicking diet and markers/risk factors for aging, diabetes, cancer, and cardiovascular disease - Autoren: Min Wei, Sebastian Brandhorst, Mahshid Shelehchi, Hamed Mirzaei, Chia Wei Cheng, Julia Budniak, Susan Groshen, Wendy J. Mack, Esra Guen, Stefano Di Biase, Pinchas Cohen, Todd E. Morgan, Tanya Dorff, Kurt Hong, Andreas Michalsen, Alessandro Laviano, Valter D. Longo - Publikation: Science Translational Medicine; 2017 Feb 15; 9(377):eaai8700 - DOI: 10.1126/scitranslmed.aai8700

