Schlafapnoe ▷ Symptome, Ursachen, Behandlung und Häufigkeit

Eine Schlafapnoe sollte therapiert werden (Foto: Wokandapix | Pixabay)
In diesem Artikel:
- Schlafapnoe - was ist das?
- Was sind Symptome einer Schlafapnoe?
- Was sind die Ursachen einer Schlafapnoe?
- Wie wird die Diagnose einer Schlafapnoe gestellt?
- Wie häufig ist die Schlafapnoe?
- Wie wird eine Schlafapnoe behandelt?
Schlafapnoe - was ist das?
Der medizinische Begriff Schlafapnoe beschreibt eine Störung der Atmung, die überwiegend im Nachtschlaf auftritt. Apnoe bedeutet Atemstillstand bzw. vorübergehende Nichtatmung.
Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern über einen Zeitraum von wenigen bis 90 Sekunden, die sich in einer Nacht vielfach wiederholen können und zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel im Gehirn mit lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen führen, z.B. zu Bluthochdruck, zu Herzrhythmusstörungen oder zu einem Schlaganfall.
Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern über einen Zeitraum von wenigen bis 90 Sekunden, die sich in einer Nacht vielfach wiederholen können. Das kann zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel im Gehirn mit lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder zu einem Schlaganfall führen.
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Was sind Symptome einer Schlafapnoe?
Typischerweise bemerken Betroffene während ihres Nachtschlafs nichts von der Apnoe. Häufig ist jedoch die Partnerin oder der Partner in Mitleidenschaft gezogen. Menschen, die im selben Raum schlafen werden von einem tiefen und lauten Seufzer geweckt, wenn die Atmung nach der Atempause wieder einsetzt.
Oft werden diese Atemaussetzer sorgenvoll beobachtet. Und sie beeinträchtigen zusätzlich den gesunden Schlaf der Angehörigen. Nicht selten findet sich auch bei Schnarchenden eine Schlafapnoe. Unregelmäßiges Schnarchen kann ein Hinweis darauf sein.
Schnarchen ist allerdings ein eigenständiges Problem und ist nicht zwangsläufig mit Atemaussetzern verbunden.
Hauptsymptom der Schlafapnoe ist eine ausgeprägte, schwer kontrollierbare Tagesmüdigkeit, die zu häufigem Einschlafen führt. Das kann schon am Morgen beim Lesen der Zeitung, beim Fernsehen und besonders gefährlich beim Fahren passieren.
Diese abnorme und fast unüberwindbare Tagesmüdigkeit beinhaltet nicht selten eine Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit mit Konzentrationsstörungen. Sie kann auch depressive Verstimmungen provozieren.
Eine andere Schlafstörung ist die Insomnie”(Schlaflosigkeit). Betroffene haben in diesem Fall über den Zeitraum von mindestens einem Monat Ein- und/oder Durchschlafstörungen, die „mit einer Beeinträchtigung der Tagesbefindlichkeit oder der Leistungsfähigkeit am Tag einhergehen”.1 Das ist die häufigste Form aller Schlafstörungen. Sie findet sich in Deutschland bei circa 6 Prozent der Bevölkerung.
Was sind die Ursachen einer Schlafapnoe?
Auslöser ist eine übermäßig starke Erschlaffung der Rachenmuskulatur mit Blockade der oberen Atemwege. Durch den Mangel an Sauerstoff kommt es zu einem kontinuierlichen Anstieg von Kohlendioxid (CO2) im Blut. Das bedingt einen starken Weck-Effekt auf das Schlafzentrum im Zwischenhirn (Thalamus). Durch die Weck-Reaktion werden die Atemwege geöffnet und der normale Atemrhythmus setzt wieder ein. Meist kommt es bei diesem Ablauf nicht zum Aufwachen.
Begünstigt wird das Auftreten der Schlafapnoe durch starkes Übergewicht, Schlafen in Rückenlage, Nikotin- und Alkoholmissbrauch, ein höheres Alter oder durch Schlaf- und Beruhigungsmittel. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
Wie wird die Diagnose einer Schlafapnoe gestellt?
An erster Stelle steht eine sorgfältige Erhebung der Vorgeschichte bzw. der Beschwerden (Anamnese) bei den Betroffenen und nach Möglichkeit beim Partner oder anderen Beobachtenden dieser Schlafstörung.
Besondere Aufmerksamkeit wird auf die Schlafzeiten, das Schlafverhalten, eingenommene Medikamente wie Schlaf- und/oder Beruhigungsmittel und auf den Alkoholkonsum gelegt. Um exakte Messungen über die Dauer und Häufigkeit der Atempausen auch während der Schlafphase durchführen zu können, sind Untersuchungen in einem Schlaflabor sinnvoll.2
Wie häufig ist die Schlafapnoe?
In den vergangenen 20 Jahren wurde beobachtet, dass das Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe in der Bevölkerung um 14-55 Prozent zugenommen hat und etwa 4 Prozent der Erwachsenen betroffen sind (Prävalenz). Allerdings ist eine hohe Dunkelziffer (Anzahl nicht erkannter oder nicht behandelter Erkrankungen) anzunehmen.3
Wie wird eine Schlafapnoe behandelt?
Die Therapie der obstruktiven Schlafapnoe beinhaltet unterschiedliche Ansätze, welche oft kombiniert werden müssen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.
Das Problem der Schlafapnoe liegt darin, dass der Rachenraum im Liegen zusammenfällt (kollabiert) und somit bei einigen Betroffenen das Vermeiden der Rückenlage beim Schlafen zu Verbesserungen führen kann.4 Dafür gibt es auch Hilfsmittel wie Westen, die eine Rückenlage unmöglich machen. Hierbei darf die Schlafqualität für die betroffene Person aber nicht verloren gehen. Üblicherweise wird die Seitenlage empfohlen.
Wie so oft helfen sportliche Aktivität und die damit verbundene Gewichtsreduktion, um die Symptomatik zu verbessern. Sehr wichtig ist, als längerfristiges Ziel Übergewicht abzubauen. Ebenso können sich Rauchstopp und Alkoholverzicht positiv auf die Symptomatik auswirken.
Von einem Kieferorthopäden angefertigte Kieferprotusionsschienen können ausprobiert werden. Sie sorgen dafür, dass der Unterkiefer nach vorne geschoben wird und somit mehr Platz im Rachenraum zur Verfügung steht.
Die wirksamste Methode ist die CPAP-Therapie (continuous positive airway pressure = dauerhaft positiver Atemwegsdruck), die nächtliche Überdruckbeatmung. Über Nasenpolster oder eine Nasenmaske wird Raumluft in die Atemwege geblasen. Der individuell eingestellte Luftdruck sorgt dann für offene Atemwege.
Die Vorstellung, mit einer Maske zu schlafen und von einer Maschine beatmet zu werden, fällt oft schwer und verhindert eine sichere und womöglich lebensrettende Therapie. Bei verständnisvoller Aufklärung und individueller Auswahl, ob Nasenpolster- oder Maske gelingt es aber meist, Menschen mit einer Schlafapnoe von der Notwendigkeit zu überzeugen.
Die CPAP-Therapie wie auch die Einführung in das verwendete Gerät und Schlauchsystem übernehmen medizinische Fachleute der Schlafmedizin, Lungen- oder Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde).
Für Schlaganfallbetroffene und ihre Angehörigen ist es sinnvoll, Schlafstörungen mit dem behandelnden Neurologen oder der Neurologin und auch in der Hausarztpraxis zu besprechen. Vor allem, wenn der Verdacht auf eine Schlafapnoe besteht. Auch um das Risiko für weitere Schlaganfälle oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu minimieren.
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Artikel aktualisiert am: - Nächste geplante Aktualisierung am:

Autoren
unter Mitarbeit von stud. med. Nina Siegmar
Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen ist niedergelassener Facharzt für Neurologie und Psychiatrie am Neurozentrum Ravensburg. Als Chefarzt leitete er die Abteilung für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehört die Diagnostik und Behandlung von Schlaganfällen. [mehr]
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Quellen
- S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen - Kapitel „Insomnie bei Erwachsenen“ (AWMFRegisternummer 063-003), Update 2016 - Autoren: D. Riemann1 · E. Baum2 · S. Cohrs3 · T. Crönlein4 · G. Hajak5 · E. Hertenstein1 · P. Klose6 · J. Langhorst6 · G. Mayer7 · C. Nissen1 · T. Pollmächer8 · S. Rabstein9 · A. Schlarb10 · H. Sitter11 · H.-G. Weeß12 · T. Wetter4 · K. Spiegelhalder - Publikation: Somnologie 2017 · 21:2–44 - DOI: 10.1007/s11818-016-0097-x
- Schlaflose Nächte - warum? was hilft? - Patienteninformation auf Basis der S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen, Kapitel „Insomnie bei Erwachsenen“ - Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) Im Auftrag von: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Bundesärztekammer (BÄK) - AWMF-Register-Nr. 063/003 Klasse S3 - URL: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-003p2_S3_Insomnie-Erwachsene_2018-02-verlaengert.pdf
- S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen - Kapitel „Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Erwachsenen“ - Autoren: Prof. Dr. med. Geert Mayer, Schwalmstadt-Treysa, Prof. Dr. med. Michael Arzt, Regensburg, Prof. Dr. med. Bert Braumann, Köln, Prof. Dr. med. Joachim H. Ficker, Nürnberg, Prof. Dr. med. Ingo Fietze, Berlin, PD Dr. med. Helmut Frohnhofen, Essen, PD Dr. med. Wolfgang Galetke, Köln, Dr. med. Joachim T. Maurer, Mannheim, Prof. Dr. med. Maritta Orth, Mannheim, Prof. Dr. rer. physiol. Thomas Penzel, Berlin, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Hans Pistner, Erfurt, Prof. Dr. med. Winfried Randerath, Solingen, Dr. med. Martin Rösslein, Freiburg, PD Dr. rer. physiol. Helmut Sitter, Marburg, Prof. Dr. med. Boris A. Stuck, Marburg - Publikation: Somnologie - URL: https://www.dgsm.de/fileadmin/dgsm/leitlinien/s3/S3-Leitlinie_Nicht_erholsamer_Schlaf-Schlafstoerungen.pdf
- Obstruktive Schlaf-Apnoe - Therapiemöglichkeiten und individuelle Behandlungsstrategien - Patientenratgeber der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) AG Apnoe - URL: https://www.dgsm.de/fileadmin/patienteninformationen/ratgeber_schlafstoerungen/05_DGSM-Obstruktive-Schlafapnoe_barrierefrei.pdf

