Lipoprotein (a) - Lp(a) ▷ Normwert, Bedeutung und Behandlung

Lipoprotein (a) - Bisher wird eine orientierende Bestimmung bei Erwachsenen empfohlen (Foto: Canva)
In diesem Artikel:
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist Lipoprotein (a)?
- Lipoprotein (a): Grenzwerte
- Ist ein erhöhter Lp(a)-Wert gefährlich?
- Behandlung: Vorgehensweise bei erhöhten Lipoprotein-(a)-Werten
- Testung von Lipoprotein (a) im Labor
- Mythen und Fakten rund um Lipoprotein (a)
Das Wichtigste in Kürze:
Für alle, die gleich in die Tiefe gehen und mehr wissen möchten: Hier geht es zur ausführlichen Version des Artikels.Lipoprotein (a) ist ein Blutfett, das für die Einschätzung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Bedeutung ist. Denn als eigenständiger und unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert es insbesondere die Entstehung von Schlaganfällen und Herzinfarkten.
Die Bestimmung des Lp(a)-Spiegels erfolgt in einer Blutprobe.2
Es gibt keine konkreten Grenzwerte, bis zu denen Lipoprotein (a) keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen hat. Als optimal gilt ein Wert von <30 mg/dL (<75 nmol/L). Werte darüber werden nach heutigem Forschungsstand als leicht bis schwer erhöht eingestuft.2
Die Diagnose „Erhöhung der Lp(a)-Konzentration” kann unter dem ICD-10-GM Code E78.80 als Hyperlipoproteinämie (a) erfasst werden.5
Vor allem bei jüngeren Personen kann ein hoher Lipoprotein-(a)-Wert ein hohes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko anzeigen.
LP(a) fördert direkt die Entstehung von Arteriosklerose und Entzündungen in unserem Körper.
Wie stark Lipoprotein (a) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verglichen mit dem Basisrisiko erhöht, hängt vom tatsächlichen Lp(a)-Spiegel der jeweiligen Person ab.5 Wenn der Lp(a)-Spiegel steigt, steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um denselben Faktor.
Patienten und Patientinnen, deren Lp(a)-Spiegel über 50 mg/dL beziehungsweise über 125 nmol/L liegt, sollten grundsätzlich der Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeordnet werden.
Die Konzentration von Lipoprotein (a) im Blut ist zu über 90 Prozent in unserem Erbgut festgelegt. Daher sollten Verwandte ersten Grades wie Eltern, Kinder und Geschwister ebenfalls auf erhöhte Lp(a)-Werte untersucht werden.
Wird ein erhöhter Lp(a)-Spiegel festgestellt, hat zunächst die leitlinienorientierte Behandlung und bestenfalls die Beseitigung aller beeinflussbaren Risikofaktoren oberste Priorität.2
Bei erhöhten Lp(a)-Werten ist es daher angeraten, andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck,
erhöhte Blutfette, den Zigarettenkonsum, erhöhte Blutzuckerwerte und starkes Übergewicht im Blick zu behalten.
Dafür sind Anpassungen des Lebensstils wie ein Rauchverzicht und eine gesunde Ernährung unabdingbar. Mindestens 30 Minuten Bewegung an 5 Tagen der Woche und eine Reduzierung des Körpergewichts können positiv zur Behandlung beitragen.
Eine Behandlungsmethode ist die Lipoprotein-Apherese. Sie ist ein Verfahren, mit dem Lp(a) und andere Arteriosklerose-fördernde Lipoproteine außerhalb des Körpers aus dem Blut gewaschen werden.
Wirksame Medikamente zur Behandlung erhöhter Lp(a)-Werte haben noch keine Marktzulassung in Deutschland. Sie befinden sich zum Teil jedoch in fortgeschrittenen Stadien der klinischen Forschung.
Aktuell gibt es Studien zu Wirkstoffen, die ein Biomolekül blockieren sollen, das für die Bildung des Apolipoprotein (a) verantwortlich ist. Auf diese Weise könnten die Wirkstoffe gezielt eine Senkung des Lp(a)-Spiegels bewirken.5
Auch wenn es aktuell kaum Möglichkeiten zur direkten Senkung des Lp(a)-Spiegels gibt, ist eine einmalige Bestimmung sinnvoll. Von einer Bestimmung des Lp(a)-Spiegels profitieren sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige und die behandelnden Teams.
So lassen sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser einschätzen und begleitende Risikofaktoren angemessen behandeln.
Eine einmalige Bestimmung des Lp(a)-Werts im Leben reicht in der Regel aus, sofern nicht bestimmte Lebensumstände eine wiederholte Bestimmung notwendig machen.
Ob künftig grundsätzlich eine wiederholte Bestimmung des Lp(a)-Spiegels für alle Erwachsenen empfohlen wird, ist noch unklar. Den Ergebnissen einer aktuellen Studie nach könnte eine mehrfache Bestimmung sinnvoll sein, da die Lp(a)-Werte einer Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten stärker schwanken können als bisher angenommen.13
Die Zeit nach der Klinik ist für Angehörige oft die größte Herausforderung. Unser Online-Kurs führt Sie in 13 kompakten Modulen durch die Zeit danach. Der Kurs ist ein kostenfreies Angebot gesetzlicher Krankenkassen nach § 45 SGB XI.
Was ist Lipoprotein (a)?
Lipoprotein (a) oder kurz Lp(a) ist eine Art biologisches Lasttaxi: Es besteht aus dem Transport-Eiweiß Apolipoprotein (a) und daran gebundenem LDL-Cholesterin als Fahrgast. Auf diese Weise transportiert Lipoprotein (a) fettähnliche Substanzen wie das LDL-Cholesterin durch unser Blut.
Lipoprotein (a) ähnelt strukturell dem umgangssprachlich schlechten LDL-Cholesterin, da seine Grundstruktur von einem LDL-ähnlichen Partikel gebildet wird.
Aus medizinischer Sicht ist Lipoprotein (a) ein wichtiger Laborwert: LP(a) erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen.
Entstehung und Abbau von Lp(a):
In den Leberzellen wird zunächst das Transport-Protein Apolipoprotein (a) gebildet. In unserem Blutkreislauf bindet es dann das Low Density Lipoprotein (LDL) und transportiert dieses durch das Blut.
In der Leber wird das Lp(a) abgebaut und nachfolgend renal, also über die Nieren ausgeschieden.1
Lipoprotein (a): Grenzwerte
Konkrete Grenzwerte, bis zu denen Lipoprotein (a) keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen hat, können nicht festgelegt werden. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft gelten folgende Grenzwerte zur Orientierung für das medizinische Fachpersonal:2
- optimal: <30 mg/dL (<75 nmol/L)
- leicht erhöht: 30-50 mg/dL (75-125 nmol/L)
- deutlich erhöht: >50 mg/dL (>125 nmol/L)

Bewertung des Lipoprotein-(a)-Spiegels. Bereits ab Lp(a)-Konzentrationen von mehr als 75 nmol/L im Blut steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.2,3
Was bedeuten die unterschiedlichen Einheiten beim Lp(a)-Wert?
Lp(a) kann in zwei unterschiedlichen Einheiten angegeben werden: mg/dL und nmol/L.
Die Einheit Nanomol pro Liter (nmol/L) wird vom Labor dann verwendet, wenn die Lp(a)-Partikel gezählt wurden. Es handelt sich also um die Teilchenzahl, die sich in einem bestimmten Volumen befindet.
Wurde das Gewicht von Lp(a) pro Volumen gewogen, dann wird der Lp(a)-Anteil in Milligramm pro Deziliter (mg/dL) angegeben.
Weil es derzeit keine Einigung auf eine einheitliche Bestimmungsmethode gibt, schwanken die gemessenen Laborwerte relativ stark.4
Die Diagnose „Erhöhung der Lp(a)-Konzentration” kann unter dem ICD-10-GM Code E78.80 als Hyperlipoproteinämie (a) erfasst werden.5
Ist ein erhöhter Lp(a)-Wert gefährlich?
Lp(a): ein eigenständiger und unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Was bedeutet das? LP(a) ist einzeln betrachtet schon ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie den Schlaganfall.
Wie viel Lp(a) in unserem Blut vorkommt, ist unabhängig von weiteren Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Rauchen.
Achtung: Auch wenn weitere Risikofaktoren keinen direkten Einfluss auf die Lp(a)-Konzentration in unserem Blut haben, ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei gleichzeitigem Vorliegen von hohen Lp(a)-Werten und weiteren Risikofaktoren stark erhöht!
Vor allem bei jüngeren Personen kann ein hoher Lipoprotein-(a)-Wert ein hohes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko anzeigen.
Lipoprotein (a): Lp(a)-spiegelabhängige Risikoerhöhung für Herz-Kreislauf-Erkankungen
Wie stark Lipoprotein (a) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verglichen mit dem Basisrisiko erhöht, hängt vom tatsächlichen Lp(a)-Spiegel der jeweiligen Person ab.5 Ein Lp(a)-Spiegel von 7 mg/dL dient als Referenz.
Ein Lp(a)-Spiegel von 75 mg/dL erhöht beispielsweise das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um das 1,65-Fache. Lp(a)-Spiegel von 150 mg/dL lassen das Risiko sogar um das 2,72-Fache steigen.

Berücksichtigung der Lp(a)-Konzentration bei der Risikoeinschätzung.5
Lipoprotein (a): Gesundheitsgefährdende Eigenschaften
Das Lipoprotein (a) hat mehrere Eigenschaften, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen können:2
LP(a) fördert direkt die Entstehung von Arteriosklerose. Es ist proatherogen. Das Lipoprotein (a) befördert Cholesterin durch unser Blut und ist in dieser Hinsicht dem LDL-Cholesterin sehr ähnlich.
Wie auch LDL-Cholesterin kann es sich in der innersten Gefäßwand der Blutgefäße einlagern. Als Folge entstehen arteriosklerotische Plaques.
Diese können mit dem Blutstrom mitgerissen werden und zum Verschluss eines Blutgefäßes führen. Ist davon ein hirnversorgendes Blutgefäß betroffen, einem Hirninfarkt durch Blutmangel, also zu einem Schlaganfall.
Die arteriosklerosefördernde Wirkung des Lp(a) ist pro Partikel bis zu sechsmal stärker als die des LDL-Cholesterins.
LP(a) fördert Entzündungen in unserem Körper. Es ist proinflammatorisch. LP(a) bindet von allen Lipoproteinen den größten Anteil an oxidierten Phospholipiden. Diese stammen aus einer chemischen Reaktion von LDL.
Oxidierte Phospholipide stimulieren die Bildung entzündungsfördernder Botenstoffe. Darüber hinaus werden bestimmte Zellen unseres Immunsystems, sogenannte Monozyten, dazu angeregt, modifiziertes LDL aufzunehmen.
Durch die Aufnahme und Speicherung unzähliger Fetttröpfchen verwandeln sie sich in sogenannte Schaumzellen. In der innersten Schicht der Gefäßwände entwickeln sich diese zu arteriosklerotischen Plaques.
LP(a) könnte gerinnungsfördernde Wirkung haben. Aber ist es also auch prothrombotisch? Eine gerinnungsfördernde Wirkung konnte bislang nur in in-vitro-Studien, also außerhalb lebender Organismen und unter definierten Laborbedingungen nachgewiesen werden.
Warum fördert Lp(a) Arteriosklerose stärker als LDL-Cholesterin?
Der Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage liegt in der Zusammensetzung von Lp(a).
Lp(a) hat strukturelle Ähnlichkeiten mit dem LDL. Aus diesem Grund hat es dieselben Arteriosklerose-begünstigenden Eigenschaften wie das LDL.
Zusätzlich verfügt es aber auch über alle atherogenen Eigenschaften, die das Apolipoprotein (a) mit sich bringt.
Nicht zuletzt lösen die großen Anteile oxidierter Phospholipide in Lp(a) entzündungsfördernde Prozesse aus, wodurch Lp(a) zusätzlich Entzündungen im Körper begünstigt.2
Welche Erkrankungen können durch einen hohen Lp(a)-Wert entstehen?
Hohe Lipoprotein(a)-Werte sind für das Herz-Kreislauf-System riskant. Aufgrund seiner Eigenschaft, sowohl Arteriosklerose als auch Entzündungsprozesse im Körper zu fördern, steigt insbesondere das Risiko für folgende Erkrankungen:2
- Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall)
- Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit (KHK)
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Erkrankungen, die durch einen hohen Lp(a)-Wert begünstigt werden.2 Lipoprotein (a) fördert die Entstehung arteriosklerotischer Plaques. Diese können aufbrechen und akute Gefäßverschlüsse vor allem im Gehirn, Herz oder in den Beinen verursachen.
Faustregel für den Zusammenhang zwischen Lp(a)-Spiegel und Herz-Kreislauf-Risiko
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt ungefähr proportional mit dem Lp(a)-Spiegel im Blut.
Das bedeutet: Wenn der Lp(a)-Spiegel steigt, steigt auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um denselben Faktor.
Lipoprotein (a): Vorgehensweise bei erhöhten Werten
Patienten und Patientinnen, deren Lp(a)-Spiegel über 50 mg/dL beziehungsweise über 125 nmol/L liegt, sollten grundsätzlich der Risikogruppe für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeordnet werden.
Das bedeutet, dass mit steigendem Lp(a)-Wert auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.
Daher benötigen Personen mit hohen Lipoprotein-(a)-Konzentrationen im Blut eine engmaschige Überwachung aller potenziellen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren intensive Behandlung.
Darüber hinaus sollten Verwandte ersten Grades wie Eltern, Kinder und Geschwister ebenfalls auf erhöhte Lp(a)-Werte untersucht werden.
Wird Lp(a) nicht berücksichtigt, kann das zu einer erheblichen Unterschätzung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen!
Beispiel: Ein Lp(a)-Wert von 30 mg/dL steigert das Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um den Faktor 1,22.
Berechnung des absoluten Risikos:
Das absolute Risiko ergibt sich aus der Multiplikation des Basisrisikos mit dem Faktor des jeweiligen Lp(a)-Spiegels. Das Basisrisiko gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person eine bestimmte Krankheit ohne das Vorliegen individueller Risikofaktoren entwickelt.5
Vorgehensweise bei erhöhtem Lipoprotein (a) als alleinigem Risikofaktor
Ist ein hoher Lipoprotein (a) Wert der einzige vorliegende Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und liegt bisher keine Herz-Kreislauf-Erkrankung vor, gilt es zunächst, das Gesamtrisiko einzuschätzen.
Folgende Risikofaktoren sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls verbessert werden:2
- erhöhte Blutdruckwerte (Hypertonie)
- erhöhte Blutfette, zum Beispiel erhöhte LDL-Cholesterinwerte
- erblich bedingte Risikofaktoren
- Zigarettenkonsum
- erhöhte Blutzuckerwerte
- starkes Übergewicht mit erhöhtem Bauchfett (Adipositas)

Risikofaktoren, die bei erhöhten Lp(a) kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden.
Je umfassender Patienten im Rahmen dieser sogenannten Primärprävention über ihre Risikofaktoren aufgeklärt werden, desto besser können sie selbst aktiv der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
Daher besprechen Ärztinnen und Ärzte üblicherweise Schritt für Schritt Laborbefunde und Zielwerte mit ihren Patientinnen und Patienten.
Hohes Lipoprotein (a) kann man sichtbar machen
Manchen mag es schwerfallen, die Bedeutung von Lipoprotein (a) zu verstehen, wenn noch keine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt. Das ist verständlich.
In solchen Fällen kann möglicherweise eine bildgebende Untersuchung helfen. Hilfreich ist die Untersuchung der Halsarterien mit Ultraschall, der Doppler- und Duplexsonographie.
Denn diese kann unter Umständen zeigen, dass Lp(a) bereits Schäden an den Blutgefäßwänden verursacht hat.2
Die Schäden zeigen sich in Form von Fetteinlagerungen, die das medizinische Fachpersonal als Plaques bezeichnet. Das sind jene fleckenförmige Einlagerungen, die mit dem Blutstrom mitgerissen werden und beispielsweise zu einem Hirninfarkt führen können.
Vorgehensweise bei erhöhtem Lipoprotein (a) und bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Liegen neben dem erhöhten Lipoprotein-(a)-Wert bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, ist eine intensive Sekundärprävention wichtig.
Die Sekundärprävention umfasst in der Regel folgende Schritte:
- Beeinflussbare Risikofaktoren wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck werden konsequent kontrolliert, behandelt und dadurch gesenkt.
- Betroffene werden intensiv im ärztlichen Gespräch über ihre Erkrankung und die Bedeutung ihrer Laborwerte aufgeklärt und dazu beraten, was sie selbst unternehmen können.
- Zur optimalen Behandlung der vorliegenden Erkrankungen und bestmöglichen Betreuung erhalten sie eine Überweisung in eine neurologische oder kardiologische Facharztpraxis.2
Erhöhter Lp(a)-Spiegel: Behandlung der beeinflussbaren Risikofaktoren
Wird ein erhöhter Lp(a)-Spiegel festgestellt, hat zunächst die Behandlung und bestenfalls die Beseitigung aller beeinflussbaren Risikofaktoren oberste Priorität.2
Neben einer leitlinienorientierten Behandlung von Bluthochdruck, der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus und von Fettstoffwechselstörungen sind Anpassungen des Lebensstils unabdingbar.
Konkret bedeutet das einen Rauchverzicht und eine gesunde Ernährung.
Hilfreich ist eine Steigerung der körperlichen Aktivität auf das empfohlene Mindestmaß. Die Weltgesundheitsorganisation gibt mindestens 30 Minuten an 5 Tagen pro Woche als Orientierungswert an.
Eine Reduzierung des Körpergewichts ist sinnvoll.
Wie kann man einen hohen Lp(a)-Wert senken?
Wie viel Lipoprotein (a) wir in unserem Blut haben, ist zu über 90 Prozent bereits in unserem Erbgut festgelegt. Das bedeutet, dass der Blutwert nahezu konstant bleibt, auch wenn wir beispielsweise unseren Lebensstil anpassen.2
Damit unterscheidet sich Lipoprotein (a) von vielen anderen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die meisten Risikofaktoren, darunter Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin, lassen sich bereits durch eine Ernährungsumstellung und eine Steigerung der körperlichen Aktivität positiv beeinflussen.
Die Abstammung kann Einfluss auf die Höhe des Lp(a)-Wertes haben
Wie hoch der in unserem Erbgut genetisch festgelegte Lp(a)-Blutspiegel ist, kann sich bei Menschen unterschiedlicher Abstammung unterscheiden.
Menschen mit dunkler Haut haben durchschnittlich den höchsten Lp(a)-Spiegel, Chinesen den niedrigsten. Die Lp(a)-Werte von Menschen mit heller Haut und Südasiaten liegen dazwischen.2,6,7
Entfernung von Lipoprotein (a) aus dem Blut mittels Lipoprotein-Apherese
Die Lipoprotein-Apherese ist ein Verfahren, mit dem Lp(a) und andere Arteriosklerose-fördernde Lipoproteine außerhalb des Körpers aus dem Blut gewaschen werden.
Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Lp(a)-Moleküle lassen sich beispielsweise mit speziellen Antikörpern oder durch Nutzung elektrischer Ladung aus dem Blut entfernen.8
Üblicherweise wird das Verfahren einmal wöchentlich2, mindestens aber 40-mal jährlich8 durchgeführt. Mit dieser Behandlung kann der Lp(a)-Spiegel kurzzeitig um etwa 60 bis 70 Prozent gesenkt werden.2,8
Grund für die kurzen Behandlungsabstände ist, dass die Werte bereits nach einer Woche wieder etwa 80 Prozent ihres Ausgangswertes erreichen.8
Üblicherweise wird die Lipoprotein-Apherese nur für Patienten und Patientinnen empfohlen, deren Lp(a)-Spiegel über 60 mg/dL beträgt und deren Herz-Kreislauf-Erkrankung trotz einer optimal eingestellten Behandlung aller beeinflussbaren Risikofaktoren weiter fortschreitet.
In der Primärprävention, also bei ausschließlich erhöhten Lp(a)-Spiegeln ohne vorliegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ist die Lipoprotein-Apherese nicht zugelassen.3
Durchgeführt wird das Verfahren meist von Fachleuten für Fettstoffwechselstörungen (Lipidologen) oder auf die Nieren spezialisierte Fachleute (Nephrologen).
So senken Sie trotz hoher Lp(a)-Werte Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Auch wenn Ihr Lp(a)-Spiegel weitgehend von Ihrem Erbgut festgelegt ist, können Sie mit wenigen Anpassungen im Lebensstil eine Menge dazu beitragen, dass sich die Auswirkungen auf Blutgefäße und Herz in Grenzen halten.2
- Verzichten Sie auf das Rauchen. Die Kombination aus hohem Lipoprotein (a) und Nikotin hat eine verheerende Wirkung auf Ihre Blutgefäße.
- Bleiben Sie in Bewegung. Dabei spielt die Art der körperlichen Betätigung nur eine untergeordnete Rolle. Sie können Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schon um ein Fünftel senken, wenn Sie nur 10 Minuten jeden Tag stramm spazieren gehen.
- Genießen Sie mediterrane Kost. Durch eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, fermentierten Milchprodukten, Nüssen, Samen, Fisch und gesunden Fetten und Ölen helfen Sie Ihrem Herz-Kreislauf-System, gesund zu bleiben.Auch Obst darf dabei natürlich nicht fehlen, aber es sollte in Maßen verzehrt werden. Hochverarbeitete Lebensmittel mit ungesunden Fetten, Fleisch, Wurst und Milchprodukten stehen dann nur selten auf dem Speiseplan.
Bedenken Sie: Durch Ihren erhöhten Lp(a)-Spiegel ist Ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie den Schlaganfall zwar erhöht, dennoch ermöglicht Ihnen dieses Wissen, frühzeitig darauf zu reagieren. Nutzen Sie diese Chance.
Gibt es Medikamente zur Senkung des Lipoprotein (a) im Blut?
Nach aktuellem Stand sind in Deutschland keine Medikamente zugelassen, die in der Lage sind, den Lp(a)-Spiegel spezifisch zu senken.5
Zu anderen Zwecken bereits zugelassene Medikamente
Aufgrund seiner Strukturähnlichkeit zu LDL-Cholesterin wäre es naheliegend, dass zugelassene Medikamente zur Senkung des LDL-Cholesterinspiegels auch zur Senkung des Lp(a)-Spiegels geeignet sind. Tatsächlich konnte bislang jedoch kaum ein Effekt auf den Lp(a)-Spiegel nachgewiesen werden.
Sogenannte PCSK-9-Inhibitoren, die bereits zur Behandlung hoher Cholesterinspiegel und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden, können den Lp(a)-Spiegel um bis zu 30 Prozent senken.5
Diese Medikamente sind jedoch nicht zur Senkung von Lp(a) zugelassen. Und der klinische Nutzen zur alleinigen Senkung von Lipoprotein (a) ist nicht eindeutig erwiesen.
Neue Medikamente in der klinischen Testung
Aktuell gibt es Studien zu Wirkstoffen, die ein Biomolekül blockieren sollen, das für die Bildung des Apolipoprotein (a) verantwortlich ist. Auf diese Weise könnten die Wirkstoffe gezielt eine Senkung des Lp(a)-Spiegels bewirken.5
Die beiden derzeit im Test- und Zulassungsprozess befindlichen Präparate Olpasiran und Pelacarsen nutzen unterschiedliche Mechanismen zur Senkung des Lp(a)-Spiegels durch Blockierung der Apolipoprotein-(a)-Herstellung.
Olpasiran führte über einen Zeitraum von 6 Monaten zu einer Senkung des Lp(a)-Spiegels zwischen 71 und 97 Prozent. Aktuell wird es in einer Phase-III-Studie an Patienten mit nachgewiesener Herz-Kreislauf-Erkrankung und Lp(a)-Werten über 200 nmol/L getestet.5
Erste finale Studienergebnisse sind voraussichtlich Ende 2026 zu erwarten.
Pelacarsen zeigte in ersten Studien eine mittlere Lp(a)-Senkung von 80 Prozent.5 Aktuell befindet es sich in einer Phase-III-Studie mit Patientinnen und Patienten, deren Lp(a)-Spiegel über 70 mg/dL liegt.
Zudem haben die Personen, die an der Studie teilnehmen, in der Vergangenheit einen Hirninfarkt, Herzinfarkt oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) erlitten.
Die Ergebnisse der sogenannten HORIZON-Studie werden aktuell noch bewertet.
Zwei weitere Wirkstoffe befinden sich noch in frühen Stadien der klinischen Forschung: Zerlasiran und Lepodisiran. Beide zeigen eine maximale Senkung des Lp(a)-Spiegels um etwa 90 Prozent.9
All diese Wirkstoffe werden zur Anwendung unter die Haut gespritzt.
Der orale Wirkstoff Muvalaplin muss noch intensiv hinsichtlich Sicherheit, Verträglichkeit und Wirkung untersucht werden. Auch Grenzwerte und Therapieziele müssen noch definiert werden.
In höheren Dosierungen konnte Muvalaplin den Lp(a)-Spiegel in konventionellen Tests nach 12 Wochen um bis zu 70 Prozent senken.10
Auch das Präparat Obicetrapib wird oral verabreicht. Es hemmt ein Biomolekül, das am Fettstoffwechsel beteiligt ist und konnte laut dem niederländischen Pharmaunternehmen New Amsterdam Pharma den Lp(a)-Spiegel um 45 Prozent gegenüber dem Ausgangswert senken.11
Lipoprotein (a): Labor-Testung
Wer sollte den Lp(a)-Spiegel bestimmen lassen?
Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und die Europäische Arteriosklerose-Gesellschaft (EAS) empfehlen in ihrer Leitlinie zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen, die Lipoprotein (a) Konzentration bei jedem erwachsenen Menschen einmal im Leben zu bestimmen.12
Warum ist das so? Auf diese Weise werden alle Personen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen identifiziert. Dadurch kann eine intensivere und konsequentere Betreuung dieser Personen sichergestellt werden.
Besonders wichtig ist eine Bestimmung des Lp(a)-Spiegels bei Patienten mit erhöhten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Personen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko sind unter anderem:
- Personen, die schon früh eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems entwickelt haben, zum Beispiel einen Hirninfarkt
- Personen, die kürzlich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erlitten haben
- Personen, bei denen wiederholt eine Herz-Kreislauf-Erkrankung aufgetreten ist
- Personen, deren Verwandte frühzeitig eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erlitten haben (positive Familienanamnese)
- Personen mit einer vorzeitig auftretenden Aortenklappenstenose (Herzklappenfehler, bei der die Aortenklappenöffnungsfläche verengt ist)
- Personen, deren direkte Angehörige von erhöhten Lp(a)-Spiegeln betroffen sind.2
Neueste Erkenntnisse
Jüngste Forschungsergebnisse deuten auf eine größere intraindividuelle Schwankungsbreite des Lp(a)-Spiegels hin als bislang angenommen.
Das bedeutet, dass bei einer mehrmaligen Bestimmung des Lipoprotein (a) zu verschiedenen Zeitpunkten die Werte ein- und derselben Person über 10 Prozent voneinander abweichen können.
Mehr noch: Durch diese Abweichungen, meistens zu höheren Werten, können Patienten sogar die Risikokategorie wechseln. Menschen mit einem niedrigen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen können dann ein grenzwertiges, in einigen Fällen sogar hohes Risiko entwickeln.
Diese Erkenntnisse geben Anlass zur Diskussion, ob die bislang von der ESC/EAS empfohlene einmalige Bestimmung des Lp(a)-Wertes im Erwachsenenalter ausreicht oder ob eine mehrmalige Bestimmung sinnvoll ist.13
Warum ist die Bestimmung des Lp(a)-Spiegels von Vorteil?
Von einer Bestimmung des Lp(a)-Spiegels profitieren sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige und die behandelnden Teams.
Die Lp(a)-Testung hat Vorteile
- für die Patienten und Patientinnen selbst: Den Lp(a)-Wert zu kennen, kann motivieren. Anpassungen der Lebensweise können besser durchgehalten und ärztliche Empfehlungen konsequenter befolgt werden.Das trägt dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
- für direkte Familienangehörige: Ein erhöhter Lp(a)-Wert einer betroffenen Person kann dazu führen, dass auch direkte Familienangehörige schneller identifiziert werden können, die ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
- für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte: Durch Bestimmung des Lp(a)-Wertes können Ärzte und Ärztinnen ihre Patienten mit hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen schnell identifizieren.Dadurch kann gezielt eine Behandlung eingeleitet werden, die schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt.2
Wann sollte der Lp(a)-Spiegel wiederholt bestimmt werden?
Auch wenn der Lp(a)-Spiegel sich im Laufe des Lebens normalerweise kaum ändert, gibt es Umstände, die die Konzentration von Lipoprotein (a) beeinflussen können. In diesen Fällen kann eine wiederholte Lp(a)-Testung von Vorteil sein.
Der Lp(a)-Spiegel kann sich ändern, wenn
- eine Schwangerschaft vorliegt (insbesondere beim Auftreten von Gefäßverschlüssen während der Schwangerschaft)
- schwere organische Leber- oder Nierenerkrankungen auftreten
- Schilddrüsenerkrankungen vorliegen (eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Lp(a)-Spiegel erhöhen, eine Schilddrüsenüberfunktion kann ihn senken)2
Ob künftig grundsätzlich eine wiederholte Bestimmung des Lp(a)-Spiegels für alle Erwachsenen empfohlen wird, ist noch unklar. Den Ergebnissen einer aktuellen Studie nach könnte eine mehrfache Bestimmung sinnvoll sein, da die Lp(a)-Werte einer Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten stärker schwanken können als bisher angenommen.13
Wie wird der Lp(a)-Spiegel bestimmt?
Die Bestimmung des Lp(a)-Spiegels erfolgt in einer Blutprobe.2 Es bietet sich an, den Wert einmalig im Rahmen einer Routineuntersuchung der Blutfette mitbestimmen zu lassen. Zur Bestimmung ist keine genetische Untersuchung des Erbguts (DNA) erforderlich.
Der Lp(a)-Wert kann vom Labor in Nanomol pro Liter (nmol/L) oder in Milligramm pro Deziliter (mg/dL) angegeben werden.
Ersteres gibt die Konzentration von Lipoprotein (a) Molekülen im Serum (Blutbestandteil nach vollständiger Gerinnung und Entfernung von Zellen und Gerinnungsfaktoren) an.
Letzteres ist die Einheit für den Gewichtsanteil des Lipoprotein (a) im Serum.
Lipoprotein (a): Mythen und Fakten
Bei erhöhten Lp(a)-Werten kann man nichts machen, weil diese im Erbgut festgelegt sind.
Diese Aussage stimmt so nicht ganz. Auch wenn der Lp(a)-Spiegel zu über 90 Prozent genetisch vorbestimmt ist, können jedoch alle anderen behandelbaren Risikofaktoren gesenkt werden.2 Dadurch sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Daher ist es wichtig, einen hohen Lp(a)-Wert frühzeitig zu erkennen. Zum einen können Betroffene sich dadurch bewusst einen gesunden Lebensstil aneignen und andere Risikofaktoren minimieren, zum anderen profitieren auch nahe Verwandte von diesem Wissen und können frühzeitig Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken.
Zudem können sich Personen mit hohen Lp(a)-Werten, deren Herz-Kreislauf-Erkrankung trotz optimaler LDL-Cholesterin-Behandlung fortschreitet, einer Lipoprotein-Apherese-Behandlung unterziehen.
Nur wenige Menschen sind von erhöhten Lp(a)-Werten betroffen.
In Deutschland haben etwa 20 Prozent der Bevölkerung zu hohe Lp(a)-Werte.2,14
Nur die Höhe des Lp(a)-Spiegels hat Einfluss auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Das ist nicht korrekt. Nicht nur die Höhe des Lp(a)-Spiegels wird von unserem Erbgut bestimmt. Auch wie die Lp(a)-Moleküle zusammengesetzt sind, ist genetisch festgelegt.
Für das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, bedeutet das: Je höher der Lp(a)-Spiegel, desto höher grundsätzlich auch das Risiko. Aber darüber hinaus bestimmt der Aufbau der Lp(a)-Partikel, wie hoch das Risiko ist.2
Daher sind auch genetische und ethnische Aspekte sowie Wechselwirkungen im Stoffwechsel entscheidend.
Spezialisten wie die Lipidologen können das individuelle Risiko konkret bewerten. So werden beispielsweise kleine Varianten des Apolipoprotein (a) mit hohen Lp(a)-Spiegeln in Verbindung gebracht. Daher sorgen diese für einen Anstieg des Herz-Kreislauf-Risikos.
Große Varianten hingegen stehen mit niedrigen Lp(a)-Werten in Verbindung. Das Herz-Kreislauf-Risiko ist hierbei geringer.5
Wer seinen Lp(a)-Wert bestimmen lassen möchte, muss das selbst bezahlen.
Nein, das müssen Sie nicht, wenn medizinische Gründe für eine Bestimmung des Wertes sprechen.
Ein genetisch begründetes, familiäres Risiko oder eine fortschreitende Herz-Kreislauf-Erkrankung trotz Behandlung aller bekannten Risikofaktoren sind beispielsweise Gründe für eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse.
Als Kassenleistung der gesetzlichen Krankenkasse wird die Lp(a)-Bestimmung nach dem einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgerechnet und kostet etwa 12 Euro.15
Privat versicherte Personen zahlen etwa 20 Euro für den Lp(a)-Test.15
Sprechen Sie vor der nächsten Blutabnahme in Ihrer Arztpraxis an, dass Sie gerne Ihren Lp(a)-Wert einmalig mitbestimmen lassen möchten.
Bitte denken Sie aber auch daran, dass eine einmalige Bestimmung im Leben in der Regel ausreicht, sofern nicht bestimmte Lebensumstände eine wiederholte Bestimmung notwendig machen.
Möchten Sie auf eigenen Wunsch Ihren LP(a)-Spiegel bestimmen lassen, handelt es sich um eine sogenannte IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung).
In diesem Fall liegt den Kosten die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zugrunde. Die Bestimmung kostet dann etwa 18 Euro.15
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Artikel aktualisiert am: - Nächste geplante Aktualisierung am:
Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
- Lipoprotein(a) – ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf- Erkrankungen; Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen (DGFF; Lipid-Liga) e. V.; (Stand 2017; heruntergeladen am 26.09.2025) - URL: https://www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/2021/11/RZ_Lipoprotein_A_Web1.pdf
- Praxisleitfaden Lipoprotein (a) - Prävention und Therapiemanagement; ICD-10: 78.80; (Stand 03/25) - Autoren: PD Dr. med. Peter Benöhr, Reza Falsafi, Prof. Dr. med. Roland Klingenberg, Prof. Dr. med. Bernd Nowak, PD Dr. med. Philipp Stieger, Dr. med. Eckhard Wilbrandt, Prof. Dr. med. Philipp Wild
- MERKBLATT Lipoprotein (a): Bedeutung - Bestimmung - Konsequenzen; Dresdner Lipidnetz; Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden; (Stand: 17.06.2024; heruntergeladen am 30.09.2025) - URL: https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/kliniken-polikliniken-institute/mk3/diabetologie-und-lipidologie/stoffwechselambulanz-diabetologie-lipidologie/informationen-fuer-zuweiser/5_merkblatt_lp-a-_final_17-06-2024.pdf
- Lipoprotein (a) - Autoren: Annika Reuser, Wolfgang Koenig, Ulrich Laufs - Publikation: Dtsch Med Wochenschr, 147(23):1564-1570, 11/2022 - DOI: 10.1055/a-1516-270
- Im Fokus - Die Bedeutung von Lipoprotein (a) als kardiovaskulärer Risikofaktor; (Stand: 06.10.2023; heruntergeladen am 01.10.2025) - Autor: Prof. Dr. med. Reinhard Klingel - URL: https://cmemedipoint.de/wp-content/uploads/2024/01/4173_CME_Lpa_WEB.pdf
- Aktuelle Erkenntnisse zu Lp(a) als Risikofaktor; Gelbe Liste Pharmindex; (Stand 24.10.2022; abgerufen am 26.09.2025) - Autorin: Dr. Anja von Au - URL: https://www.gelbe-liste.de/kardiologie/aktuelle-erkenntnisse-lpa-risikofaktor#
- Lipoprotein(a) in atherosclerotic cardiovascular disease and aortic stenosis: a European Atherosclerosis Society consensus statement - Autoren: Florian Kronenberg, Samia Mora, Erik S. G. Stroes, Brian A. Ference, Benoit J. Arsenault - Publikation: Eur Heart J, 43(39):3925-2946, 14.10.22 - DOI: 10.1093/eurheartj/ehac361
- Lp(a) - den Risikofaktor aus dem Blut waschen; Universimed Cross Media Content GmbH; (Stand: 31.05.2017; abgerufen am 30.09.2025) - URL: https://www.universimed.com/ch/article/kardiologie-gefaessmedizin/lp-a-den-risikofaktor-aus-dem-blut-waschen-2111758
- Kardiovaskuläre Prävention: Neues zum Lipoprotein (a) - Autor: Ulrich Laufs - Publikation: Deutsches Ärzteblatt, Band 121, Ausgabe 5/2024, S. 316 - URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/kardiovaskulaere-praevention-neues-zum-lipoprotein-a-2710398a-7e8b-4bff-86c1-a5cc5ca3e07f
- Neues orales Medikament senkt Lp(a) - Autor: Dirk Einecke - Publikation: CardioVasc, 25(1):21-21, 01.02.2025 - DOI: 10.1007/s15027-025-3729-x
- Neuer Wirkstoff senkt LDL und Lipoprotein a; Pharmazeutische Zeitung; (Stand: 20.05.2025; abgerufen am 01.10.2025) - Autorin: Daniela Hüttemann - URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/neuer-wirkstoff-senkt-ldl-und-lipoprotein-a-156049/
- 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk - Autoren: François Mach, Colin Baigent; Alberico L. Catapano, Konstantinos C. Koskinas, Manuela Casula et al. - Publikation: Eur Heat J 41(1):111-188, 2020 - DOI: 10.1093/eurheartj/ehz455
- Intraindividual Lp(a)-Variability in a Real-World Setting - Autoren: Maximilian Seidel, Kamil Rosiewicz, Felix S. Seibert, Moritz Anft, Ulrik Stervbo, Sebastian Bertram, Benjamin Sasko, Christian Ukena, Nina Babel, Timm H. Westhoff - Publikation: JACC: Advances; 2026 Mar 1; 5(3) - URL: https://www.jacc.org/doi/10.1016/j.jacadv.2026.102601
- Lipoprotein(a) Was heißt das, und was bedeutet es für mich? - Informationen für Patienten und Interessierte; D.A.C.H. Gesellschaft Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen e. V. (heruntergeladen am 01.101.2025) - URL: https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/kardiologie/Freigegebene%20Dokumente/Lpa-Broschuere-DACH.pdf
- Lipoprotein(a) – der übersehene Risikofaktor; Synlab Holding Deutschland GmbH; (heruntergeladen am 30.09.2025) - Autor: Univ. Prof. Dr. med. Winfried März - URL: https://www.synlab.de/fileadmin/pdf/fachinformationen/lipoprotein-a-risikofaktor.pdf


