Gemeinsame Risikofaktoren für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ▷ Überblick
Es gibt mehrere gemeinsame Risikofaktoren, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Schlaganfall und Herzinfarkt, sowie für Krebserkrankungen erhöhen. (Fotos: Leka Sergeeva | Shutterstock)
In diesem Artikel:
- Bluthochdruck
- Diabetes
- Fettstoffwechselstörungen
- Übergewicht und Adipositas
- ungesunde Ernährung
- Bewegungsmangel
- Alkohol
- Rauchen
- Stress
Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der Schlaganfall sind seit langem für die meisten Todesfälle weltweit verantwortlich. Nicht umsonst belegen Sie Platz 1, 3 und 4 der von den Deutschen am stärksten gefürchteten Erkrankungen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK vom November 2024.1
Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt werden von den Deutschen besonders gefürchtet.1 Vor den folgenden weiteren Krankheiten haben die Befragten ebenfalls Angst: Schwere Augenerkrankungen (41%), psychische Erkrankungen (36%), schwere Lungenerkrankungen (27%) und Zuckerkrankheit Diabetes mellitus (21%).
Nach einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes DESTATIS waren im Jahr 2023 33,9 Prozent der Todesfälle in Deutschland auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen.2 Das entspricht 348.400 Verstorbenen. 22,4 Prozent aller Todesfälle wurden durch eine bösartige Neubildung von Zellen, das heißt eine Krebserkrankung, verursacht.
Todesursachen im Jahr 2023 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes DESTATIS. Zu den sonstigen Todesursachen zählen unter anderem nicht-natürliche Todesursachen wie Verletzungen und Vergiftungen mit 4,5%, COVID-19 mit 2,5%, Grippe und Lungenentzündung mit 2,0% und Suizid mit 1,0%.2
Die Zahlen verdeutlichen, wie enorm wichtig die Verhinderung und/oder Behandlung gemeinsamer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen ist. Daher kommt der Prävention – also der Vorbeugung von Krankheiten – eine entscheidende Rolle zu.
Welche gemeinsamen Risikofaktoren verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs
Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die sowohl das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als auch das Auftreten von Krebserkrankungen begünstigen. Eine Krebserkrankung zeichnet sich durch die bösartige Neubildung von Zellen, also deren unkontrolliertes Wachstum aus.
Folgende Risikofaktoren sind unter anderem an der Entstehung beider Erkrankungen beteiligt:
- Bluthochdruck
- Zuckerkrankheit Diabetes mellitus
- Fettstoffwechselstörungen
- Übergewicht und Adipositas
- Ungesunde Ernährungsweise
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Alkoholkonsum
- Stress
Bluthochdruck
Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für den Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel den Herzinfarkt.3
Ein zu hoher Blutdruck wird in der medizinischen Fachsprache als Hypertonie bezeichnet. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet die Blutgefäße. Durch die Dauerbelastung verändern sich mit der Zeit die Blutgefäße und werden beschädigt. Sie werden enger und die Wände werden dicker und verhärten. Diesen Vorgang nennt man in der Medizin Arteriosklerose, im Volksmund Arterienverkalkung. In der Folge besteht das Risiko, dass ein hirnversorgendes Blutgefäß verstopft. Es kommt zum Hirninfarkt.4
Arterienverkalkung kann außerdem eine Hirnblutung verursachen. Bei hohem Blutdruck können die Gefäßwände reißen. Es kommt zu Einblutungen in das umliegende Hirngewebe.4
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Bluthochdruck und Krebs
Der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Krebs wurde bereits 2011 von europäischen Wissenschaftlern aus dem Vereinigten Königreich belegt.5 Die umfassende Studie wertete Daten von Männern und Frauen aus Österreich, Norwegen und Schweden aus. Die Ergebnisse zeigten, dass Männer mit erhöhtem Blutdruck ein um 10 bis 20 Prozent höheres Risiko hatten, an Krebs zu erkranken.
Bei den Frauen konnte kein deutlicher Zusammenhang mit dem allgemeinen Krebsrisiko festgestellt werden. Es wurde jedoch ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten beobachtet. Zu diesen gehören beispielsweise Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Gebärmutterhalskrebs.
Die absoluten und relativen Risiken, durch Bluthochdruck eine Krebserkrankung zu erleiden, sind gering. Die Wissenschaftler unterstreichen jedoch die Bedeutung aufgrund der großen Anzahl an Menschen, die erhöhte Blutdruckwerte haben.5
Hintergrundwissen: Der Unterschied zwischen absolutem und relativem Risiko
Absolutes und relatives Risiko sind wichtige Angaben, wenn es darum geht, Gesundheitsstatistiken richtig zu verstehen.
Absolutes Risiko
Das absolute Risiko bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, mit der Personen einer bestimmten betrachteten Bevölkerungsgruppe eine bestimmte Krankheit entwickeln. Es gibt an, wie viele Personen von 100 oder 1.000 Personen tatsächlich diese Krankheit haben. Beispielsweise könnte das absolute Risiko, im Laufe eines Jahres einen Schlaganfall zu entwickeln, für eine bestimmte Altersgruppe 7 Prozent betragen. Es sind also 7 von 100 Personen dieser Altersgruppe tatsächlich in einem Jahr von der Krankheit betroffen.
Relatives Risiko
Beim relativen Risiko wird das Risiko von zwei oder mehreren Gruppen miteinander verglichen. Es zeigt, wie viel wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher es ist, dass eine Gruppe verglichen mit einer anderen, eine bestimmte Erkrankung entwickelt. Beispielsweise ist das Risiko für Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt 3 mal höher als für Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung
Angenommen, in einer Studie erleiden zwei von hundert Studienteilnehmern mit einem Blutdruck im Normbereich einen Schlaganfall. Das absolute Risiko beträgt also 2 Prozent. Wenn acht von hundert Studienteilnehmern mit Bluthochdruck einen Schlaganfall erleiden, beträgt ihr absolutes Risiko 8 Prozent.
Das relative Risiko ergibt sich, wenn man 8 Prozent (Bluthochdruck) durch 2 Prozent (normaler Blutdruck) teilt. Menschen mit Bluthochdruck haben demnach ein viermal höheres Risiko für einen Schlaganfall als Menschen mit normalem Blutdruck.
Eine weitere Studie konnte einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und dem Auftreten von Hirntumoren herstellen. Diese Erkenntnisse wurden im Rahmen des sogenannten Me-Can (Metabolic Syndrome and Cancer)-Projekts gewonnen.6 Ausgewertet wurden hierbei die Daten von 550.000 Personen aus Österreich, Schweden und Norwegen. Diese wurden in den Jahren 1972 bis 2005 gesammelt.
Die Ergebnisse zeigten, dass ein erhöhter systolischer und diastolischer Blutdruck deutlich mit einem erhöhten Risiko für Meningeome in Verbindung steht. Meningeome sind Tumore, die aus den Hirnhäuten entstehen. In 90 Prozent der Fälle sind diese gutartig und wachsen nur sehr langsam. Einige seltene Meningeom-Unterarten können jedoch auch ein aggressives Wachstumsverhalten zeigen. Sie wachsen in umliegendes Gewebe ein. Darüber hinaus können sie Absiedlungen in anderen Geweben – sogenannte Metastasen – bilden.7
Diese Unterarten verursachen also bösartige Krebserkrankungen. Zudem zeigte ein erhöhter diastolischer Blutdruck einen Zusammenhang mit hochgradigen, das heißt sehr bösartigen und schnell wachsenden Gliomen.6 Sie entstehen aus Gliazellen, die eine Stützfunktion im Gehirn ausüben.
Bislang konnte nicht belegt werden, dass der Bluthochdruck das bösartige Zellwachstum im Rahmen von Krebserkrankungen direkt ausgelöst hat.
Zuckerkrankheit Diabetes mellitus
Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus ist an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beteiligt. Obwohl weltweit mehr Männer die Zuckerkrankheit haben, sind Frauen stärker von einem Herzinfarktrisiko durch Diabetes betroffen. Frauen mit der Zuckerkrankheit haben, verglichen mit gesunden Frauen, ein bis zu 7-fach höheres Risiko für eine Durchblutungsstörung der herzversorgenden Kranzgefäße. Das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt ist bei Frauen und Männern mit Diabetes mellitus im Vergleich zu Patientinnen und Patienten ohne erhöhte Blutzuckerwerte doppelt so hoch.8
Hintergrundwissen: Fakten zum Diabetes mellitus vom Typ 2
In Deutschland leben aktuell etwa 9,1 Millionen Menschen, bei denen durch ärztliche Untersuchungen ein Diabetes mellitus vom Typ 2 festgestellt wurde.9 Zusätzlich wird geschätzt, dass weitere 2 Millionen Menschen von der Zuckerkrankheit betroffen sind, ohne es zu wissen.
Die Zahl der Krankheitsfälle zu einem bestimmten Zeitpunkt – also die Prävalenz – nimmt mit steigendem Alter zu. Bei Erwachsenen zwischen 18 und 44 Jahren liegt sie nach Daten des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2022 bei 2,7 Prozent. In der Altersstufe der 45- bis 64-Jährigen sind es bereits 10,7 Prozent. Bei den 65- bis 79-Jährigen liegt sie mit 20,6 Prozent beinahe doppelt so hoch. Bei den über 80-Jährigen erreicht sie 20,4 Prozent.10
Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren wurden im Jahr 2022 etwa 970 Fälle mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 registriert.11
Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte wird – wie auch bei erhöhtem Blutdruck – ein Prozess in Gang gesetzt, den man als Arterienverkalkung bezeichnet. Der Hohlraum der Gefäße verengt sich, die Gefäßwände werden härter. Die Durchblutung verschlechtert sich. In der Folge können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt auftreten.
Darüber hinaus treten bei Menschen mit der Zuckerkrankheit häufig weitere Begleiterkrankungen auf, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Zu diesen Begleiterkrankungen gehören beispielsweise Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen. Auch nach einem Schlaganfall sollten zu hohe Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden. Sie können zu einem ungünstigen Verlauf des Schlaganfalls führen. Zudem können sie seine Folgen verschlimmern.12
Relatives Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ohne beziehungsweise mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ-2.13 Menschen mit der Zuckerkrankheit haben ein bis zu drei Mal höheres Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, als Menschen ohne diese Stoffwechselstörung.
Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 und Krebs
Die genauen Mechanismen, wie ein hoher Blutzucker zur Entstehung von Krebserkrankungen führt, sind noch nicht vollständig geklärt. Ein Zusammenhang zwischen der Zuckerkrankheit und verschiedenen Krebserkrankungen wurde jedoch bereits in verschiedenen Studien erforscht. Es gibt Krebsarten, die im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus vom Typ 2 im Vergleich zu gesunden Menschen gehäuft auftreten.14
Zu diesen Krebsarten zählen beispielsweise:
- Magen-Darm-Krebserkrankungen
- Blasenkrebs
- Gebärmutterkrebs
- Tumore des Zentralen Nervensystems, vorwiegend Gehirntumore
- Eierstockkrebs
Krebsarten, die bei Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus häufiger auftreten als bei Menschen mit gesundem Stoffwechsel.14 Brustkrebs tritt vor allem bei Frauen mit einem Typ-2-Diabetes häufiger auf als bei stoffwechselgesunden Frauen.
Auch wenn die Zusammenhänge noch nicht vollständig geklärt sind: Offenbar fördert die Zuckerkrankheit das krankhafte Wachstum bestimmter Körperzellen und somit die Entstehung von Krebserkrankungen.14
Eine wichtige Rolle bei der Krebsentstehung spielt offenbar die Unempfindlichkeit gegenüber dem blutzuckerregulierenden Hormon Insulin bei Menschen mit unerkanntem Diabetes mellitus Typ 2 oder dessen Vorstufe. Die Vorstufe von Diabetes bezeichnet man als Prädiabetes.
Der Körper reagiert in diesem Zustand mit einer vermehrten Ausschüttung des Hormons. Das Insulin reguliert das Zellwachstum und die Zellteilung. Es fördert das Ablesen bestimmter Abschnitte unseres Erbguts, die man als Gene bezeichnet. Diese kontrollieren den Zellzyklus. Wird nun übermäßig viel Insulin ausgeschüttet, kann das ein unkontrolliertes Wachstum von Zellen begünstigen, die einen Defekt im Erbgut aufweisen. Das kann die Entstehung von Krebs fördern.15
Darüber hinaus begünstigt die Zuckerkrankheit dauerhafte Entzündungsprozesse im Körper. Diese beschleunigen wiederum das Tumorwachstum.15
Krebsrisiko bei Menschen mit beziehungsweise ohne Zuckerkrankheit.16 Das Risiko, eine Krebserkrankung zu erleiden, ist für Menschen mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus um bis zu 1,7 mal höher als für Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung.
Fettstoffwechselstörungen
Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Besonders Fettstoffwechselstörungen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dauerhaft erhöhte LDL-Cholesterinwerte – im Volksmund als schlechtes Cholesterin bezeichnet – fördern die Bildung von Einlagerungen in die Arterienwände. Mediziner bezeichnen die Einlagerungen als Plaques als Ausdruck der Arterienverkalkung. Sie kann schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt auslösen. Der Prozess der Arterienverkalkung und Plaquebildung kann gleichermaßen bei konstant erhöhten Triglyceridwerten beobachtet werden.
Eine Untersuchung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung, kurz DZD, und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, kurz (DIfE) hat spezifische Blutfette gefunden, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 in Verbindung stehen.13
Die Wissenschaftler werteten 2.414 Blutproben der EPIC-Potsdam-Studie hinsichtlich ihres Fettsäureprofils aus. Sie fanden insgesamt 69 Lipide, die statistisch deutlich mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Zuckerkrankheit oder beiden Erkrankungen in Verbindung stehen:
- Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 49 Lipide, hauptsächlich sogenannte Cholesterinester und Sphingolipide
- Zusammenhang mit der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2: 12 Lipide, hauptsächlich sogenannte Glycerin- und Phospholipide
- Zusammenhang mit beiden Erkrankungen: 8 Lipide, vorwiegend sogenannte Monoacylglyceride
Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Vorbeugung und frühzeitige Behandlung dieser Erkrankungen zu verbessern. Auch eine Ernährungsumstellung scheint sich vorteilhaft auf eine Fettstoffwechselstörung auszuwirken. Eine Ernährung, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, kann die risikoreichen Fette senken und die risikoarmen steigern.
Fettstoffwechselstörungen bleiben häufig lange unbemerkt. Daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen entscheidend, um frühzeitig erhöhte Blutfette zu erkennen. Diese sollten zeitnah mit Lebensstil-Anpassungen und gegebenenfalls Medikamenten gesenkt werden. Hierdurch lassen sich schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermeiden.
Hintergrundwissen: Was ist Lipidomik?
Lipidomik ist ein Forschungsgebiet, das sich mit der umfassenden Untersuchung von Lipiden – also Fetten und fettähnlichen Molekülen – in Organismen wie beispielsweise dem Menschen beschäftigt.
Durch die Auswertung von Lipidprofilen können Muster erkannt werden, die auf Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten. Beispielsweise gelten bestimmte Ceramide als Biomarker für diese Krankheiten, weil die Krankheiten Einfluss auf den Ceramid-Spiegel haben. Allgemein sind Ceramide Hauptbestandteil der natürlichen Hautbarriere und übernehmen stützende und strukturelle Funktionen in der Membran von Zellen.
Individuelle Lipidprofile ermöglichen es, Therapien gezielt auf den Patienten abzustimmen. Das kann die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen und Nebenwirkungen reduzieren.
Einige der Lipide werden bereits zur Risikoeinschätzung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie dem Schlaganfall oder Herzinfarkt eingesetzt.17
Der CERT1-Test (Coronary Event Risk Test) ist ein Bluttest, mit dem die Ceramide im Blut bestimmt werden. Die Patienten können entsprechend dem Ergebnis in verschiedene Risikogruppen hinsichtlich ihres Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeteilt werden. Das unterstützt den Arzt dabei, frühzeitig eine für den Patienten geeignete Therapie einzuleiten.18 CERT1 bietet daher eine wertvolle Ergänzung zur Bestimmung klassischer Risikofaktoren und unterstützt eine präzisere Vorhersage von schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Menschen mit einer angeborenen Störung des Fettstoffwechsels, der familiären Hypercholesterinämie, haben ein 5 bis 20 mal höheres Risiko, eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen. Durch frühzeitige Erkennung und gezielte Vorsorge können sie jedoch ein normales Alter erreichen.19
Risiko für Menschen mit angeborener Fettstoffwechselstörung, eine schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden im Vergleich mit Menschen, die keine angeborene Stoffwechselstörung haben.19
Fettstoffwechselstörungen und Krebs
Eine Übersichtsarbeit US-amerikanischer Wissenschaftler aus dem Jahr 2022 beschäftigte sich mit dem Zusammenhang zwischen Stoffwechselstörungen und dem Krebsrisiko durch Fettleibigkeit (Adipositas) beziehungsweise der Sterblichkeit nach einer Krebsdiagnose.20
Die Übersichtsarbeit legt nahe, dass es verschiedene Mechanismen gibt, wie Fett- und andere Stoffwechselstörungen die Entstehung von Krebserkrankungen fördern könnten:
- Hohe Triglyceride und niedriges gutes HDL-Cholesterin können Signalwege im Körper aktivieren, die über ihre Botenstoffe – sogenannte Zytokine und Adipokine – Entzündungsprozesse auslösen. Dadurch können sie das Wachstum und die Zellteilung von Tumorzellen anregen. Zudem fördern einige der Botenstoffe die Bildung neuer Gefäße. Über diese werden Tumore mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.
- Bei Menschen mit einem metabolischen Syndrom kann eine Störung des Fettstoffwechsels die Unempfindlichkeit der Körperzellen gegen das blutzuckerregulierende Hormon Insulin verstärken. Dadurch können wiederum bestimmte Signalwege aktiviert werden, die das Wachstum von Tumoren beschleunigen.
Hintergrundwissen: Was ist das metabolische Syndrom?
Das metabolische Syndrom ist ein Krankheitszustand, bei dem verschiedene Krankheitszeichen gemeinsam auftreten, die als Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten:
- Gestörte Glukoseverwertung oder Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2
- Fettstoffwechselstörung
- Bluthochdruck
- Fettleibigkeit
Nach der American Heart Association (AHA) wird die Diagnose “Metabolisches Syndrom” gestellt, wenn mindestens 3 der folgenden Risikofaktoren vorliegen:21
- Hoher Blutzucker
- Niedriges gutes HDL-Cholesterin
- Hohe Triglyceride im Blut
- Großer Taillenumfang oder “Apfel”-Körperform
- Hoher Blutdruck
Große Mengen schlechtes LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin im Blut stehen mit einem höheren Risiko für Krebserkrankungen des Dick- und Mastdarms in Verbindung. Das zeigte eine im Jahr 2014 veröffentlichte Studie aus Italien. Insbesondere Männer und Frauen in der Postmenopause – also ab 12 Monaten nach der letzten Regelblutung – sind offenbar betroffen.22
Diese Ergebnisse werden von einer Übersichtsarbeit chinesischer Wissenschaftler aus dem Jahr 2015 gestützt.23 Sie fanden heraus, dass Fettstoffwechselstörungen mit einer Zunahme des Risikos für Dickdarm- und Mastdarmkrebs verbunden sind. Das trifft vor allem bei hohen Triglycerid- und Gesamtcholesterinspiegeln zu.
Können fettsenkende Medikamente das Krebsrisiko senken?
Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine Gruppe von Medikamenten, die zur Senkung der Blutfette eingesetzt werden, möglicherweise auch das Risiko für bestimmte Krebsarten reduzieren können.24 Die als Statine bezeichneten Cholesterinsenker werden bislang ausschließlich zur Blutfettsenkung verschrieben, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen.
Hintergrundwissen: Was sind Statine?
Statine sind Medikamente, die den Cholesterinspiegel im Blut senken. Hauptziel ist die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie dem Schlaganfall. Diese Wirkstoffgruppe hemmt ein Enzym in der Leber, das für die Produktion von Cholesterin verantwortlich ist.25
Ursprünglich wurden die Wirkstoffe der Statingruppe aus Pilzen gewonnen, aufgereinigt und chemisch angepasst. Heute können Statine auch vollsynthetisch produziert werden.
Das Enzym, das die Statine hemmen, heißt Hydroxy-Methyl-Glutaryl-Coenzym-A-Reduktase (HMG-CoA-Reduktase). Durch den sinkenden Gehalt an schlechtem LDL-Cholesterin werden mehr LDL-Empfängerstrukturen – sogenannte Rezeptoren – auf den Leberzelllen gebildet. Somit wird mehr LDL-Cholesterin in die Zellen aufgenommen. Als Folge sinkt der Cholesterinspiegel im Blut weiter.
Die Senkung des Cholesterinspiegels im Blut erfolgt also auf zwei Wegen:
- Durch Hemmung der Neubildung von Cholesterin
- Durch Aufnahme von LDL-Cholesterin aus dem Blut in die Leberzellen
Bekannte Vertreter aus der Wirkstoffklasse der Statine sind:
- Ursprünglich aus Pilzen gewonnen: Lovastatin, Simvastatin, Rosuvastatin
- Vollsynthetisch hergestellt: Atorvastatin und Fluvastatin.
Eine Untersuchung von Forschern der Johns Hopkins Medicine über drei Jahrzehnte hinweg ergab, dass die Einnahme von Statinen mit einem deutlich geringeren Sterberisiko durch Darmkrebs verbunden war.24 Diese Ergebnisse waren alters- und geschlechtsunabhängig. Auch die Einnahmedauer hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis.
Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2019 zeigte darüber hinaus, dass die Einnahme von Statinen sowohl vor als auch nach einer Darmkrebsdiagnose mit einer geringeren allgemeinen sowie krebsbedingten Sterblichkeit verbunden war.24
Weitere Studien weisen darauf hin, dass der positive gesundheitliche Effekt der Statine nicht auf eine Darmkrebserkrankung beschränkt ist. Auch das Risiko für andere Krebsarten wie beispielsweise Eierstock- oder Prostatakrebs kann durch die Senkung der Blutfette mit Statinen reduziert werden.24
Experimente mit Zell- und Tiermodellen zeigen, dass Statine beispielsweise das Wachstum von Prostatakrebs auf zwei Wegen hemmen:26
- Durch die Senkung des Cholesterinspiegels selbst und
- durch weitere Mechanismen, die wichtige Prozesse der Krebsentwicklung beeinflussen.
Statine hemmen das Tumorwachstum unter anderem, indem sie spezielle cholesterinreiche Bereiche der Zellmembran beeinflussen. Man nennt diese Bereiche Lipid Rafts (Fettflöße). Diese Strukturen sind wichtig für die Signalübertragung in der Zelle. Sie können das Wachstum von Tumoren fördern. Besonders bei Prostatakrebs sind offenbar Signalwege betroffen, die durch Cholesterin in den Lipid Rafts gesteuert werden. Durch die Senkung des Cholesterinspiegels mit Hilfe der Statine wird die Organisation der Lipid Rafts gestört. Dadurch werden für das Krebswachstum wichtige Signale unterbunden.
Statine können verschiedene Prozesse reduzieren, beispielsweise:
- Entzündungen
- Neubildung von Gefäßen
- Vermehrung von Zellen
- Zellwanderung
- Eindringen von Krebszellen in das Gewebe
Darüber hinaus können sie den programmierten Zelltod – die Apoptose – von entarteten Zellen fördern. Durch die Hemmung der HMG-CoA-Reduktase, die für die Neubildung von Cholesterin erforderlich ist, wird auch die Produktion bestimmter Signalmoleküle reduziert. Von diesen Signalmolekülen nimmt man an, dass sie das Tumorwachstum begünstigen.
Das cholesterinsenkende Medikament Pitavastatin kann möglicherweise der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbeugen. Untersuchungen von menschlichen Gewebeproben und Mausmodellen zeigten, dass das Medikament einen Signalweg blockiert. Dieser Signalweg verbindet chronische Entzündungen mit der Entstehung von Krebs. Pitavastatin verhinderte in Mäusen die Entwicklung von entzündungsbedingtem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zudem zeigten die Daten von über 200 Millionen Menschen in Europa und Nordamerika ein verringertes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Pitavastatin-Anwendern.27,28
Obwohl diese Forschungsergebnisse vielversprechend sind, werden Statine noch nicht für die Senkung des Krebsrisikos verschrieben. Hierzu sind weitere Untersuchungen erforderlich. Zunächst müssen die genauen Zusammenhänge zwischen Statineinnahme und Krebsrisikominderung aufgeklärt werden.24
Übergewicht und Adipositas
Übergewicht/Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Durch starkes Übergewicht wird auch das Herz stärker belastet. Eine umfassende Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2016 in der Fachzeitschrift The Lancet zeigt, dass übergewichtige Menschen mit einem Body Mass Index (BMI) zwischen 27,5 und 30 kg/m² ein um bis zu 35 Prozent höheres Sterberisiko aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben verglichen mit Menschen, deren BMI 20,0 bis 25,0 kg/m² beträgt.29 Es wurden für die Übersichtsarbeit 239 Studien ausgewertet. Das Ergebnis unterstreicht den starken Einfluss von Übergewicht auf die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems.
Eine große Studie mit Daten von knapp 300.000 europäischen Teilnehmern aus einer Biobank des Vereinigten Königreichs ergab, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei einem Body Mass Index von 22 bis 23 am niedrigsten ist.30,31 Darüber steigt das Risiko kontinuierlich an. Besonders das um die inneren Organe herumliegende viszerale Bauchfett (skinny fat) erhöht das Risiko für Herzkrankheiten, auch unabhängig vom BMI.
Eine Kombination aus Übergewicht und vermehrten Bauchfetteinlagerungen kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um das zwei- bis dreifache erhöhen. Dieses Fett kann den Körper in einen dauerhaften Entzündungszustand versetzen. Durch diesen Zustand wird der Prozess der Arterienverkalkung beschleunigt und Blutgefäße nachhaltig geschädigt. In der Folge kann es zu Bluthochdruck, Gefäßverschlüssen durch verschleppte Blutgerinnsel und weiteren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall kommen.32
Auch ein hoher Fettanteil in der Muskulatur kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen – unabhängig vom allgemeinen Körpergewicht.33
Übergewicht/Adipositas und Krebs
Übergewicht ist einer der meist unterschätzten, beeinflussbaren Risikofaktoren für Krebserkrankungen. In Deutschland ist starkes Übergewicht für 7 von 100 Krebsneuerkrankungen verantwortlich.34 Das entspricht jährlich 30.000 Menschen in Deutschland, die aufgrund von Übergewicht eine Krebserkrankung erleiden.35
In Deutschland werden jährlich rund 7 Prozent aller neuen Krebserkrankungen durch starkes Übergewicht verursacht. Das entspricht etwa 30.000 – 35.000 Menschen, die jährlich in Deutschland eine Krebserkrankung aufgrund ihres Übergewichts erleiden.34,35
Es gibt ausreichende wissenschaftliche Belege, dass das Risiko durch starkes Übergewicht für folgende 13 Krebsarten nachweislich steigt:36
- Magenkrebs
- Darmkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Nierenzellkrebs
- Leberkrebs
- Bauchspeicheldrüsenkrebs
- Schilddrüsenkrebs
- Eierstockkrebs
- Gebärmutterschleimhautkrebs
- Gallenblasenkrebs
- Hirnhauttumore, die man als Meningeome bezeichnet
- Bösartige Tumorerkrankung des Knochenmarks, das multiple Myelom
- nach den Wechseljahren: Brustkrebs
Für einige dieser Krebsarten erhöht sich das Risiko kontinuierlich mit steigendem Übergewicht.37
Aus diesem Grund fordern deutsche Fachgesellschaften eine Verbesserung in der Vorbeugung. Zunächst ist es wichtig, Patienten über die Zusammenhänge zwischen Übergewicht und Krebsentstehung aufzuklären. Denn nur, wer um das Risiko weiß, kann ihm entsprechend mit einer Anpassung des Lebensstils entgegenwirken.
Gewichtsklassifikation von erwachsenen Personen anhand des Body Mass Index (BMI). Adipositas wird weiterhin in 3 Grade unterteilt. Adipositas Grad I liegt bei einem BMI von 30,0-34,9 kg/m2 vor, Adipositas Grad II bei einem BMI von 35,0-39,9 kg/m2 und Adipositas Grad III ab einem BMI von 40,0 kg/m2.38
Ungesunde Ernährungsweise
Ungesunde Ernährung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Das Risiko dafür, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, wird deutlich durch eine ungesunde Ernährung erhöht. In Europa starben 2019 1,55 Millionen Menschen an Herzerkrankungen, die durch eine ungesunde Ernährungsweise verursacht wurden.39
Männer und Frauen waren nahezu gleichermaßen von ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen.
Geschlechts- und Altersverteilung ernährungsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen.39
Die folgenden Ernährungsweisen stehen beispielsweise mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung:
Hoher Verzehr von gesättigten Fettsäuren
Gesättigte Fettsäuren (schlechte Fette) erhöhen den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel im Blut und fördern so die Arterienverkalkung und diverse Herz-Kreislauferkrankungen. Sie kommen häufig in tierischen Produkten wie Milchprodukten und Fleisch vor. Die American Heart Association empfiehlt, weniger als 6 Prozent der täglich aufgenommenen Gesamtkalorien aus gesättigten Fettsäuren zu beziehen.40
Übermäßiger Konsum von Transfettsäuren
Ein gesteigerter Konsum von Transfettsäuren führt zu einem ungünstigen Verhältnis von schlechtem LDL-Cholesterin zu gutem HDL-Cholesterin. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations; FAO) und die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization; WHO) empfehlen eine Senkung des Gehalts an Transfettsäuren in menschlichen Nahrungsfetten auf unter 4 Prozent.41
Transfette sind vor allem in hochverarbeiteten Lebensmitteln, Fast Food und Fertiggerichten enthalten. Pro Tag sollten maximal 2,6 g Transfette mit der Nahrung aufgenommen werden.42
Hohe Salzaufnahme
Studien deuten darauf hin, dass mit steigendem Salzkonsum auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2020 zeigte, dass mit jeder Erhöhung der Salzzufuhr um ein Gramm das Risiko um bis zu 6 Prozent anstieg. Die bedeutendsten Salzquellen sind hochverarbeitete Lebensmittel, Fertiggerichte und Salz, das während des Kochens und Essens zugefügt wird. Übermäßiger Salzkonsum erhöht den Blutdruck und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.43
Übermäßiger Zuckerkonsum
Wird zu viel Zucker über die Nahrung aufgenommen, kann das auf lange Sicht nicht nur zu der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 führen. Auch ein erhöhter Blutdruck und erhöhte Blutfette sind die Folge.44 Damit werden gleich drei der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch hohen Zuckerkonsum geschaffen.
Geringer Verzehr von frischem Obst und Gemüse
Obst und Gemüse enthalten viele Stoffe, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Dazu zählen beispielsweise einige entzündungshemmende Substanzen. Ein geringer Verzehr von Obst und Gemüse kann dazu führen, dass diese Substanzen im Körper fehlen. Es treten dann vermehrt Entzündungen auf. Zudem deuten einige Studien darauf hin, dass umgekehrt ein hoher Konsum von frischem Obst und Gemüse den Blutdruck senken kann.45,46,47 Bluthochdruck ist der Hauptrisikofaktor für den Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Niedrige Ballaststoffzufuhr
Ballaststoffe sind Bestandteil pflanzlicher Lebensmittel, die vom menschlichen Körper nicht oder nur teilweise verdaut werden. Sie haben zahlreiche positive Effekte auf die Gesundheit. Unter anderem haben sie eine cholesterinsenkende Wirkung48 und erhöhen das Darmvolumen, weil sie mit Wasser aufquellen. Schädliche Substanzen werden so schneller aus dem Körper ausgeschieden. Zudem wirken sie positiv auf den Blutzuckerspiegel.49 Menschen, die wenige Ballaststoffe zu sich nehmen, haben daher ein höheres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.
Hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch
Eine Analyse von Daten aus der EPIC(European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie brachte den gesteigerten Verzehr von verarbeitetem Fleisch mit einer erhöhten Sterblichkeit in Verbindung. Diese ist besonders auf Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen zurückzuführen. Personen, die täglich mehr als 160 Gramm verarbeitetes Fleisch zu sich nahmen, hatten ein 72 Prozent höheres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, als Personen, die täglich zwischen 10 und 20 Gramm verzehrten.50
Eine Oxford-Analyse aus dem Jahr 2021 zeigte ebenfalls, dass rotes und verarbeitetes Fleisch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Demnach steigt das Risiko für eine schwerwiegende Erkrankung der herzversorgenden Kranzgefäße mit jeden 50 g mehr, die Menschen an verarbeitetem Fleisch zu sich nehmen, um 18 Prozent. Jeder um 50 g gesteigerte Konsum an rotem unverarbeiteten Fleisch erhöht das Risiko um 9 Prozent.51
Möglicherweise sind diese Ergebnisse zum Teil auf den hohen Anteil gesättigter Fettsäuren in rotem Fleisch und dem hohen Salzgehalt in verarbeitetem Fleisch zurückzuführen.
Übermäßiger Konsum von Fertiggerichten
Fertiggerichte stehen schon seit langem in der Kritik, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen. Besonders der hohe Salzgehalt stellt ein Risiko für erhöhten Blutdruck und damit einhergehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie dem Schlaganfall dar. Auch der häufig große Zucker- und Fettgehalt wirkt sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus. Hinzu kommt, dass mit steigendem Verzehr von Fertiggerichten häufig ein Mangel an ballaststoff- und vitaminreicher Ernährung einher geht. Nicht zuletzt führt der übermäßige Konsum dieser Gerichte meist zu starkem Übergewicht – einem weiteren Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.52,53
Niedrige Aufnahme ungesättigter Fettsäuren
Natürliche, mit der Nahrung aufgenommene Omega-3-Fettsäuren wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit der Blutgefäße aus. Damit senken sie deutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Darüber hinaus tragen Omega-3-Fettsäuren zur Bildung entzündungshemmender Fetthormone bei. Omega-6-Fettsäuren regen hingegen eher die Produktion entzündungsfördernder Fetthormone an. Entzündungen im Körper erhöhen ebenfalls das Risiko dafür, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln.54
Die Ernährungsgewohnheiten haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entstehung bestimmter Krebsarten. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln kann zur Senkung des Krebsrisikos beitragen.55
Ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sind für die Entstehung von rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern verantwortlich. Die Wahl der Lebensmittel spielt hierbei eine große Rolle. So sollen ballaststoffreiche Getreidearten, Obst und Gemüse beispielsweise das Risiko für die Entstehung von Krebs senken. Im Gegensatz dazu scheinen vor allem verarbeitetes Fleisch, rotes Fleisch und der Genuss von Alkohol maßgeblich zur Entstehung von Krebs beizutragen.
Der schädliche Einfluss von Alkohol gilt als gesichert. Der Einfluss von rotem und verarbeitetem Fleisch in Bezug auf die Entstehung von Krebs wird hingegen kontrovers diskutiert. Dennoch führt der Verzicht auf Fleisch häufig zu einer fettärmeren, gemüse- und ballaststoffreicheren Ernährung. Diese kann zur Senkung des Krebsrisikos beitragen.
Hintergrundwissen: Alkohol und Krebs
Alkohol wirkt sich bekanntermaßen negativ auf die allgemeine Gesundheit aus. Auch zur Entstehung von bestimmten Krebsarten trägt er entscheidend bei. Krebsarten, die besonders im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum stehen, sind:55
- Mundhöhlenkrebs
- Krebs im Rachenraum
- Kehlkopfkrebs
- Speiseröhrenkrebs
- Leberkrebs
- Dick- und Enddarmkrebs
- Brustkrebs bei Frauen
Der World Cancer Research Fund (WCRF) empfiehlt, nicht mehr als 300 g rotes Fleisch pro Woche zu verzehren. Vor allem der Konsum von verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurst, Schinken und Speck sollte auf ein Minimum reduziert werden.
Ein übermäßiger Salzkonsum scheint ebenfalls bestimmte Krebsarten zu begünstigen, insbesondere den Magenkrebs. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), höchstens 6 Gramm Salz am Tag zu verzehren. Das entspricht maximal etwa einem Teelöffel Salz, das pro Tag über Zusalzen, aber auch Backwaren, Käse, Wurstwaren und andere Lebensmittel aufgenommen werden sollte.55
Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum täglichen Salzkonsum.
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Bewegungsmangel.56 Regelmäßige körperliche Aktivität kann hingegen das Herz-Kreislauf-System stärken und hat auch darüber hinaus weitere gesundheitsfördernde Effekte.57 Wer sich regelmäßig bewegt, wirkt der Entstehung von Übergewicht aktiv entgegen.
Die nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung sehen folgenden (Mindest-)Umfang für die körperliche Aktivität von Erwachsenen vor:58
Darüber hinaus wird empfohlen, sitzende Tätigkeiten regelmäßig zu unterbrechen und nach Möglichkeit die körperliche Aktivität über die Mindestempfehlungen hinaus zu steigern.
Ein gemeinsamer Bericht der Weltgesundheitsorganisation und des European Heart Network aus dem Jahr 2020 verdeutlicht, wie wichtig Bewegung für die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Etwa 1,8 Millionen Todesfälle jährlich sind in der Europäischen Union (EU) auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Das Risiko steigt durch Bewegungsmangel um mehr als 20 Prozent.59
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann jedoch schon durch wenig Bewegung um 20 Prozent verringert werden. Hierzu reicht ein täglicher, zügiger Spaziergang von 10 Minuten bereits aus.60
Skandinavische Wissenschaftler konnten zeigen, dass körperliche Inaktivität die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall um 16 Prozent, für einen Herzinfarkt sogar um 24 Prozent erhöht.61
Die Zahlen verdeutlichen, dass regelmäßige körperliche Aktivität von enormer Bedeutung für die Vorbeugung, also Prävention, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Bereits mäßige Bewegung im Alltag kann das Risiko deutlich senken und auch das allgemeine Wohlbefinden fördern.
Bewegungsmangel und Krebs
In Deutschland sind etwa 6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf einen Bewegungsmangel zurückzuführen.62 Durch regelmäßige Bewegung kann das Risiko für Darmkrebs und Brustkrebs nach den Wechseljahren um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise auf eine positive Wirkung der körperlichen Aktivität auch in Bezug auf Blasen-, Nieren-, Magen- und Speiseröhrenkrebs.
Etwa 10 Prozent der Darm- und Brustkrebs-Erkrankungen weltweit werden auf einen Bewegungsmangel zurückgeführt. Es wird geschätzt, dass in Deutschland 7 Prozent der Brustkrebserkrankungen und 8 Prozent der Darmkrebsfälle durch einen Mangel an Bewegung hervorgerufen wurden.63
In Deutschland werden etwa 7 Prozent der Brustkrebserkrankungen und 8 Prozent der Darmkrebserkrankungen durch einen Bewegungsmangel ausgelöst.63
Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend viel Bewegung kann dabei unterstützen, Krebserkrankungen vorzubeugen. Studien belegen, dass das Risiko von Speiseröhrenkrebs beispielsweise um 21 Prozent gesenkt werden kann, wenn man sich ausreichend bewegt.64 Es gibt Hinweise darauf, dass intensivere Bewegung das Risiko besser senken kann als mäßige Bewegung. Darüber hinaus wirkt sich körperliche Aktivität auch positiv auf die Genesung und Überlebenschancen bei einer Krebserkrankung aus.
Rauchen
Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Rauchen schädigt das Herz-Kreislauf-System auf vielfältige Weise. Es erhöht den Blutdruck und fördert den Prozess der Arterienverkalkung durch Ablagerung giftiger Stoffe und Blutfette in den Blutgefäßen. Diese führen zur Bildung sogenannter Plaques. Brechen die Plaques auf, können sich Blutgerinnsel bilden Dadurch wird das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt deutlich erhöht. Zigarettenrauch kann darüber hinaus die Blutgerinnung verstärken, wodurch es ebenfalls zur vermehrten Bildung von Blutgerinnseln kommen kann. Diese können beispielsweise hirnversorgende Blutgefäße verstopfen und einen Hirninfarkt verursachen.
Durch das beim Rauchen eingeatmete Kohlenmonoxid (CO2) kann das Herz nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff (O2) versorgt werden, um seine gesunde Funktion zuverlässig auszuführen. Kohlenmonoxid blockiert die Bindestellen am roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der für den Transport von Sauerstoff in die Zielgewebe verantwortlich ist.65
Tabakkonsum erhöht das Risiko von Rauchern gegenüber Nichtrauchern für einen Herzinfarkt um etwa 65 Prozent. Bei Patienten unter 45 Jahren steht Rauchen sogar in 80 Prozent der Fälle direkt mit einem Herzinfarkt in Verbindung.
Der Schlaganfall ist die vierthäufigste Todesursache, die mit dem Rauchen in direkter Verbindung steht. Weltweit stirbt etwa jeder dritte Raucher an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, die durch das Rauchen verursacht wird.66
Rauchen schadet auch den Herzklappen. Es kann dazu führen, dass sich die Herzklappen durch Kalkablagerungen verhärten und verengen. Besonders häufig sind Verengungen der Aortenklappen bei Rauchern zu finden. Wer mit dem Rauchen aufhört, kann sein Risiko nach und nach senken. Etwa 10 Jahre nach dem Rauchstopp ist das Risiko wieder ähnlich wie bei Nichtrauchern.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder das Sterberisiko infolge einer Herzerkrankung um 44 Prozent abnimmt, wenn Patienten unmittelbar nach der Feststellung einer Verengung der Herzkranzgefäße – der koronaren Herzkrankheit – mit dem Rauchen vollständig aufhören.67
Rauchen und Krebs
Rauchen ist der bedeutendste Risikofaktor für Krebserkrankungen, insbesondere den Lungenkrebs. Etwa 20 Prozent aller Krebsneuerkrankungen sind auf den Konsum von Zigaretten zurückzuführen.68 Bis zu 90 Prozent der Krebserkrankungen von Organen, die direkt mit dem Tabakrauch in Berührung kommen, sind direkte Folge des Nikotinkonsums. Dazu zählen der Mundraum, der Kehlkopf und die Lunge.69
Raucher haben ein 20- bis 25-fach höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als Nichtraucher. Das Rauchen ist in Europa für schätzungsweise 82 Prozent der Lungenkrebserkrankungen verantwortlich.70
Viele Krebserkrankungen lassen sich durch Nichtrauchen vermeiden. Die Abbildung zeigt nur eine kleine Auswahl und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Alkohol
Alkohol und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Eine Studie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg zeigt, dass bereits geringe Mengen Alkohol das Risiko für das Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung, erhöhen können. Der regelmäßige Konsum kleiner Mengen steigert das Risiko für diese Herzrhythmusstörung selbst bei gesunden Personen ohne Vorerkrankungen.71 Die Studie legt nahe, dass Vorhofflimmern schon ab 120 Millilitern Wein oder 330 Millilitern Bier täglich auftreten kann. In 100 Millilitern Wein oder 300 Millilitern Bier sind je etwa 10 Gramm Alkohol enthalten.
Der Konsum von Alkohol erhöht zudem den Blutdruck. Bluthochdruck ist einer der bedeutendsten Hauptrisikofaktoren für den Schlaganfall. Schon 30 Gramm Alkohol – also etwa 900 Milliliter Bier oder 300 Milliliter Wein – lassen den Blutdruck bei Männern steigen. Bei Frauen reichen sogar 20 Gramm Alkohol aus.72
Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) betont, dass es kein sicheres Maß für Alkoholgenuss gibt. Jede kleinste Menge Alkohol kann potentiell gesundheitsschädlich sein und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.73
Alkohol und Krebs
Regelmäßiger Alkoholkonsum steigert das Risiko für mehrere Krebsarten. Im Jahr 2020 wurden weltweit schätzungsweise 741.300 neue Krebserkrankungen (etwa 4,1 Prozent aller neu festgestellten Krebsfälle) durch Alkoholkonsum verursacht. Die meisten dieser Fälle betrafen Männer mit etwa 76,7 Prozent. Besonders häufig waren Krebserkrankungen der Speiseröhre, der Leber und der Brust.
Die meisten alkoholbedingten Krebserkrankungen traten in Ostasien sowie in Mittel- und Osteuropa auf. Der Anteil betrug 5,7 beziehungsweise 5,6 Prozent. Das Auftreten der Krebserkrankungen ist eng mit der Menge an konsumiertem Alkohol verbunden. Die meisten Krebserkrankungen treten bei Menschen mit starkem oder riskantem Alkoholgenuss auf. Das Risiko sinkt, wenn nur mäßig oder wenig Alkohol getrunken wird.74
Im Jahr 2020 wurden insgesamt 22.000 Krebsneuerkrankungen in Deutschland durch Alkoholgenuss verursacht.75
Alkoholkonsum stellt also ein erhebliches Krebsrisiko dar. Dieses kann durch die Reduzierung des Alkoholgenusses auf ein Minimum oder besser noch gänzlichen Verzicht jedoch deutlich gesenkt werden.
Die Mechanismen, wie der Alkohol die Entstehung von Krebs fördert, sind noch nicht im Detail aufgeklärt. Es ist wahrscheinlich, dass bestimmte Abbauprodukte des Alkohols an der Krebsentstehung beteiligt sind. Im Verdacht steht beispielsweise das sehr reaktionsfreudige Abbauprodukt Acetaldehyd, das unter anderem mit Teilen unserer Erbsubstanz reagieren kann.75 Dadurch kommt es zu Mutationen, also zufälligen Veränderungen des Erbguts. Während einige möglicherweise wenig Einfluss auf normale Prozesse im Körper haben, können andere schädigend wirken und eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen auslösen.
Es ist darüber hinaus denkbar, dass Alkoholabbauprodukte das Ablesen einiger Gene verhindern und so an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Bestimmte Krebsarten wie der Brustkrebs könnten beispielsweise gefördert werden, weil der Alkohol sich auf die Menge und Funktion der Geschlechtshormone auswirkt. Geraten diese in ein Ungleichgewicht oder sind in ihrer Funktion beeinrächtigt, kann das weitreichende gesundheitliche Folgen haben.
Stress
Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Auch Stress kann indirekt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn ungesunde Strategien wie Rauchen, Alkoholgenuss oder übermäßige und ausgewogene Ernährung zur Stressbewältigung eingesetzt werden.
Stress aktiviert das sympathische Nervensystem. Dadurch wird das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Grundsätzlich ist das eine gesunde Reaktion, die unseren Körper auf einen bevorstehenden Kampf oder eine Flucht vorbereitet. Adrenalin hat eine blutdruck- und herzfrequenz-steigernde Wirkung. Dauert der Stress jedoch an und wird chronisch, belastet das die Blutgefäße. Dadurch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.76,77
Bei Stress wird zudem das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet. Ist die Hormonausschüttung verändert, führt das zu einem erhöhten Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Wichtig hierbei ist die Blutuntersuchung,wie sich die Cortisolausschüttung über den Tag hinweg verändert. Bei gesunden Menschen zeigt die Cortisolausschüttung einen charakteristischen Verlauf. Nach dem Aufwachen steigt die Hormonkonzentration zunächst stark an. Der höchste Cortisolspiegel wird nach etwa 30 Minuten erreicht. Danach sinkt der Hormonspiegel bis zum Abend wieder ab.
Bei Menschen mit chronischem Stress fällt dieser rhythmische Verlauf deutlich schwächer aus. Anhand der Datenauswertung der KORA(Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg)-Studie konnte gezeigt werden, dass Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer, deren Cortisolausschüttung im Vergleich zu gesunden Probanden nicht das typische rhythmische Muster hatte, ein höheres Risiko dafür hatten, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu versterben.78
Stress und Krebs
Dauerhafter Stress kann allgemein das Immunsystem schwächen und möglicherweise dadurch das Risiko für die Entstehung einer Krebserkrankung erhöhen.
Ein gesundes Immunsystem trägt normalerweise dazu bei, dass Zellen sich nicht unkontrolliert teilen und umliegendes Gewebe schädigen. Wird das Immunsystem jedoch durch die andauernde Ausschüttung des Stresshormons Cortisol beeinträchtigt, kann es dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. Stressbedingte Entzündungsreaktionen im Körper hemmen die Reparaturmechanismen der Zellen. Auf diese Weise wird die Entstehung von Krebs gefördert.79
Studien an Mäusen zeigen, dass Dauerstress die weißen Blutkörperchen als Teil der Immunabwehr beeinflusst. Sie bilden dann netzartige Strukturen, die das Streuen von Krebszellen – also die Metastasierung von Geweben – erleichtern. Verglichen mit Mäusen, die keinem Stress ausgesetzt wurden, entwickelten gestresste, an Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte Mäuse bis zu viermal mehr Metastasen in Lunge oder Milz.80
Ein weiterer wichtiger Aspekt sind ungesunde Verhaltensweisen, die durch Dauerstress begünstigt werden. Ein stressbedingtes, ungesundes Ess- und Bewegungsverhalten fördert so indirekt die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen.
Stress scheint allerdings eher das Fortschreiten einer bereits bestehenden Krebserkrankung zu fördern als deren Entstehung. Der Einfluss auf das Risiko, eine Krebserkrankung zu erleiden, ist nach aktuellem Forschungsstand gering.79
Zusammenfassung und Fazit
Es gibt eine Reihe von gemeinsamen Risikofaktoren, die die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs fördern. Für einige dieser Risikofaktoren sind die Mechanismen, die für die Entstehung der Erkrankungen verantwortlich sind, teilweise geklärt. Bei anderen Risikofaktoren ist noch nicht ausreichend erforscht, wie stark ihr Einfluss auf das Risiko ist, eine Krebs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden.
Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend viel Bewegung und einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung kann in den meisten Fällen zur Senkung des individuellen Risikos beitragen. Insbesondere Übergewicht und der Konsum von Alkohol und Tabak sind beeinflussbare Risikofaktoren hinsichtlich der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen.
Bei Menschen, denen eine Anpassung der Verhaltensweisen nicht gelingt, um die Risikofaktoren in den Griff zu bekommen, kann die Verordnung von Medikamenten – beispielsweise zur Blutdruck-, Blutzucker- oder Blutfettsenkung – notwendig sein.
Wichtig ist vor allem eine frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren im Rahmen umfassender Präventionsmaßnahmen.
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Autoren
Dipl.-Biol. Claudia Helbig unter Mitarbeit von Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen
Claudia Helbig ist Diplom-Human- und Molekularbiologin und hat zuvor eine Ausbildung zur Arzthelferin absolviert. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Medizinischen Biochemie und Molekularbiologie hat sie Medizinstudenten in Pathobiochemie-Seminaren und Praktika betreut. Nach Ihrer Arbeit in der pharmazeutischen Forschung hat sie in einem Auftragsforschungsinstitut für klinische Studien unter anderem Visiten mit Studienteilnehmern zur Erhebung von Studiendaten durchgeführt und Texte für die Website verfasst. Mit ihrem interdisziplinären Hintergrund und ihrer Leidenschaft zu schreiben möchte sie naturwissenschaftliche Inhalte fachlich fundiert, empathisch und verständlich an Interessierte vermitteln. [mehr]
Quellen
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- Pressemitteilung Nr. 317 des Statistischen Bundesamtes DESTATIS vom 30.09.2024: KORREKTUR: Todesursachenstatistik 2023: Zahl der Todesfälle im Jahr 2023 um 3,6 % gesunken (abgerufen am 14.02.2025) – URL: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/08/PD24_317_23211.html
- Möglicher Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Krebsrisiko; Europäische Union; CORDIS – Forschungsergebnisse der EU (abgerufen am 14.02.2025) – URL: https://cordis.europa.eu/article/id/33927-scientists-say-high-blood-pressure-could-raise-cancer-risk/de
- Schlaganfallrisikofaktoren Bluthochdruck – Bluthochdruck und Schlaganfall; World Stroke Organisation (heruntergeladen am 17.02.2025) – URL: https://www.world-stroke.org/assets/downloads/STROKE_RISK_AND_PREVENTION_LEAFLET-HYPERTENSION-DE.pdf
- Me-Can: Systematische Suche nach Zusammenhängen; Medizinische Universität Innsbruck (abgerufen am 14.0.2025) – URL: https://www.i-med.ac.at/mypoint/news/648698.html
- Meningeome; Universitätsmedizin Essen; Westdeutsches Protonentherapiezentrum (WPE) (abgerufen am 14.02.2025) – URL: https://www.wpe-uk.de/hirntumore-zns-tumore/meningeom/
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- Relationship between intake of fruits and vegetables toward hypertension among elderly in Yogyakarta – Autoren: Ridha, Alfan; Hanim, Diffah; Suminah, Suminah – Publikation: Bali Medical Journal (Bali Med J) 2019, Volume 8, Number 3: 773-777 – DOI: 10.15562/bmj.v8i3.1483
- Fruit and vegetable consumption and the risk of hypertension: a systematic review and meta-analysis of prospective studies – Autoren: Madsen, Helga; Sen, Abhijit; Aune, Dagfinn – Publikation: Eur J Nutr. 2023 Aug;62(5):1941-1955 – DOI: 10.1007/s00394-023-03145-5
- The relationship between the intake of fruits, vegetables, and dairy products with hypertension: findings from the STEPS study – Autoren: Nouri, Mehran; Shteri, Zainab; Vai, Mohebat; Faghih, Shiva – Publikation: BMC Nutr 9, 99 (2023) – DOI: 10.1186/s40795-023-00756-3
- Does fiber lower cholesterol?; Healthline; (aktuelle Version 02.01.2025; abgerufen am 26.02.2025) – Autorin: Knudsen, Molly – URL: https://www.healthline.com/nutrition/fiber-and-cholesterol#fiber-and-cholesterol
- Einfach erklärt: Was sind Ballaststoffe?; AOK Gesundheitsmagazin (01.09.2022; abgerufen am 26.02.2025) – URL: https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/einfach-erklaert-was-sind-ballaststoffe/
- Meat consumption and mortality–results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition – Autoren: Rohrmann, Sabine; Overvad, Kim; Bueno-de-Mesquita, H. Bas; et al. – Publikation: BMC Med. 2013;11:63. Published 2013 Mar 7 – DOI: 10.1186/1741-7015-11-63
- Red and processed meat linked to increased risk of heart disease, Oxford study shows; University of Oxford (21.07.2021; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.ox.ac.uk/news/2021-07-21-red-and-processed-meat-linked-increased-risk-heart-disease-oxford-study-shows
- Zu viel Salz in Fertigprodukten; Deutsche Hochdruckliga e. V. (DHL); (29.01.2013; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://web.archive.org/web/20131203042019/http://www.hochdruckliga.de/nachrichtendetails/items/252.html
- Presseinformation der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): Wie wirken stark verarbeitete Lebensmittel auf die Gesundheit? (2023; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.dge.de/presse/meldungen/2023/wie-wirken-stark-verarbeitete-lebensmittel-auf-die-gesundheit/
- Gutes Fett, schlechtes Fett; Bundesministerium für Bildung und Forschung (abgerufen am 27.02.2026) – URL: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/gutes-fett-schlechtes-fett-8035.php
- Ernährung und Krebsvorbeugung: Kann gesunde Kost das Krebsrisiko senken?; Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz.) in der Helmholtz-Gemeinschaft (aktualisiert 17.10.2019; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebs-vorbeugen/ernaehrung
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Robert Koch Institut (Stand 15.06.2023; abgerufen am 28.02.2025)- URL: https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Herz-Kreislauf/herz-kreislauf-erkrankungen-node.html
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- Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA); Auflage: 1.2.06.17 (heruntergeladen am 27.02.2025) – URL: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Bewegungsempfehlungen_BZgA-Fachheft_3.pdf
- Neuer Bericht verdeutlicht Rolle von Bewegung bei Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen; Weltgesundheitsorganisation (22.01.2020; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.who.int/europe/de/news/item/22-01-2020-new-report-reveals-the-role-of-physical-activity-in-preventing-and-treating-cardiovascular-diseases
- Sport & Bewegungsmangel; Deutsche Herzstiftung (abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/sport-und-bewegungsmangel
- Einfluss von Bewegungsmangel auf die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen und Demenz [294]; ASSMANN Stiftung für Prävention (03.07.2019; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.assmann-stiftung.de/einfluss-von-bewegungsmangel-auf-die-entstehung-von-herz-kreislauferkrankungen-und-demenz-294/
- Bewegung senkt das Krebsrisiko; Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) (09.09.2024; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.krebsgesellschaft.de/deutsche-krebsgesellschaft-wtrl/willkommen/aktuelle-pressemitteilung/pressemitteilungen-2024/bewegung-senkt-das-krebsrisiko.html
- Risikofaktoren für Krebs; Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz.) in der Helmholtz-Gesellschaft (abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.dkfz.de/forschung/translationale-zentren/ncpc/stabsstelle-krebspraevention/risikofaktoren-fuer-krebs
- Physical Activity and Cancer; National Cancer Institute (10.02.2020; abgerufen am 27.02.2025) – URL: https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/obesity/physical-activity-fact-sheet
- Rauchen: Diese Giftstoffe schaden dem Herzen; Herzmedizin (25.06.2024; abgerufen am 28.02.2025) – Autor: Müller, Benjamin – URL: https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/vorsorge/risikofaktoren/rauchen-so-schaden-zigaretten-dem-herzen.html
- Kardiovaskuläre Folgen des Rauchens: Radiologische Tour d’Horizon – Autoren: Pamminger, Mathias; Mayr, Agnes – Publikation: Radiologie (Heidelb). 2022 Sep;62(9):763-771 – DOI: 10.1007/s00117-022-01027-1
- Rauchstopp nach KHK-Diagnose kann Herzinfarkt- und kardiovaskuläres Sterberisiko nahezu halbieren; Deutsches Ärzteblatt (05.09.2024; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.aerzteblatt.de/news/rauchstopp-nach-khk-diagnose-kann-herzinfarkt-und-kardiovaskulaeres-sterberisiko-nahezu-halbieren-09430b31-00da-4f96-b7c8-a8e71649c6db
- Rauchen – Zahlen und Fakten; Onko Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft (letzte Aktualisierung 22.06.2022; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-zahlen-und-fakten.html
- Rauchen und Krebs; Onko Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft (letzte Aktualisierung 21.06.2022; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/rauchen-und-krebs.html
- Verursacht der Konsum von Tabak Krebs? Wie hoch ist der Anteil der durch Rauchen verursachten Krebserkrankungen? Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung; 12 Möglichkeiten, Ihr Krebsrisiko zu senken; International Agency for Research on Cancer; World Health Organization – URL: https://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/12-moeglichkeiten/tabak/919-verursacht-der-konsum-von-tabak-krebs-wie-hoch-ist-der-anteil-der-durch-rauchen-verursachten-krebserkrankungen
- Vorhofflimmern: Bereits geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko; Deutsche Herzstiftung (abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/herzrhythmusstoerungen/vorhofflimmern/vorhofflimmern-alkohol
- Blutdruck: Wie wirkt sich Alkohol aus? Deutsche Herzstiftung (abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://herzstiftung.de/herz-sprechstunde/alle-fragen/blutdruck-alkohol
- Beim Alkoholkonsum gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Menge; World Health Organization (04.01.2023; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.who.int/europe/de/news/item/28-12-2022-no-level-of-alcohol-consumption-is-safe-for-our-health
- Global burden of cancer in 2020 attributable to alcohol consumption: a population-based study – Autoren: Rumgay, Harriet; Shield, Kevin; Charvat, Hadrien; Ferrari, Pietro; Sornpaisarn, Bundit; Obot, Isidore; Islami, Farhad; Lemmens, Valery E. P. P.; Rehm, Jürgen; Soerjomataram, Isabelle – Publikation: The Lancet Oncology, Volume 22, Issue 8, 1071 – 1080 – DOI: 10.1016/S1470-2045(21)00279-5
- Alkohol steigert das Krebsrisiko; Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz.) in der Helmholtz-Gemeinschaft (aktualisiert am 27.09.2024; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.krebsinformationsdienst.de/krebs-vorbeugen/krebsrisiko-alkohol
- Stressreaktion; Dr. med. Robert Willi; Facharzt für Psychomatische Medizin und Psychotherapie (abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.dr-willi.de/2018/02/stressreaktion/
- So kann Stress das Herz krank machen; Herzmedizin (14.09.2023; abgerufen am 28.02.2025) – Autorin: Klassen, Silja – URL: https://herzmedizin.de/fuer-patienten-und-interessierte/vorsorge/risikofaktoren/stress-herz-herzerkrankungen.html
- Veränderte Stresshormonausschüttung beeinflusst die Sterblichkeit; Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) (17.05.2022; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://dzhk.de/newsroom/aktuelles/news/artikel/veraenderte-stresshormonausschuettung-beeinflusst-die-sterblichkeit
- Erhöht Stress das Krebsrisiko? Spektrum (07.09.2024; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.spektrum.de/frage/wie-stress-und-krebs-zusammenhaengen/2225356
- Warum chronischer Stress zu Krebs und Metastasen führt; Scinexx das Wissensmagazin (23.02.2024; abgerufen am 28.02.2025) – URL: https://www.scinexx.de/news/medizin/warum-chronischer-stress-zu-krebs-und-metastasen-fuehrt/